Die 31. Monti-Saison beginnt im August 2015 in Wohlen und wird Mitte November nach rund zehn Gastspielorten Mitte November bereits wieder enden. Das ist ein radikaler Schnitt: Dieses Jahr beinhaltet die Tournee noch 44 Gastspielorte und dauert vom 14. März bis zum 26. Oktober.

Wie das Freiämter Zirkusunternehmen gestern weiter mitteilte, wird das Standbein der Zeltvermietung ausgebaut: Per 5. Januar 2015 übernimmt die Circus Monti AG die Alfredo Nock AG. Damit stehen dem Unternehmen 30 Zelte in verschiedenen Grössen zur Verfügung, inklusive zahlreicher Tribünen in diversen Ausführungen.

Grösser rentiert besser

Warum dieser radikale Wechsel? Einerseits sind es wirtschaftliche Gründe: Je aufwendiger und umfangreicher die Programme werden, desto mehr Zeit nehmen auch die Auf- und Abbauarbeiten in Anspruch. «Drei- und Vier-Tage-Einsätze lassen sich mit unserem Anspruch an die Qualität des Programms wie auch mit der zunehmend aufwendigeren Installation der gesamten Infrastruktur immer weniger vereinbaren», erklärt Johannes Muntwyler.

Man erhoffe sich so mehr kreative Kraft, die man ins Programm investieren könne. Muntwyler betont, dass die Neuausrichtung nicht aus einem Zwang heraus entstanden sei: «Wir haben stabile, in den Städten sogar zunehmende Zuschauerzahlen.» Mittelfristig hätte man aber eh mit den achtmonatigen Tourneen aufgehört: «Gerade im Juni ist so viel los, dass wir schon lange über eine Sommerpause diskutierten.»

Die Zuschauer seien zudem mobiler und würden auch längere Wege auf sich nehmen, so Muntwyler. Positive Erfahrungen mit einer Zentralisierung hat der Circus Monti in Bern gemacht, wo man trotz der Konzentration auf die Stadt die Zuschauerzahlen in den letzten neun Jahren verdoppeln konnte. Deshalb spielt man nächstes Jahr an weniger Orten, bleibt dafür länger – mindestens eine Woche.

Die Tournee ist allerdings noch nicht bis ins Detail geplant: «Wo es am Schluss genau durchgeht, möchten wir noch offen lassen», so Muntwyler. Neben Wohlen stehen bereits Aarau, Basel, Bern, Luzern, Solothurn, Winterthur und Zürich als Spielorte fest. Zusätzlich versucht der Zirkus, neue Gastspielorte aufzubauen, allenfalls in der französischen Schweiz und im umliegenden Ausland.

Führende Zirkuszeltvermietung

Der Übernahme der Zeltvermietung von Alfred Nock ging eine rund vierjährige Verhandlungsphase voraus – die beiden Unternehmen arbeiten schon lange zusammen. Damit gehört der Circus Monti neu zu den führenden Zirkuszeltvermietern in Europa. «Die Verträge für die Veranstaltungen wie das Arosa Humorfestival oder das Paléo Festival in Nyon könne wir übernehmen», sagt Muntwyler. Auch Anlässe mit mehreren tausend Sitzplätzen sind mit der Infrastruktur kein Problem.

Da kommt es natürlich gelegen und auch nicht von ungefähr, dass genau ein Jahr vor der gestrigen Pressekonferenz der Spatenstich zum neuen Monti-Winterquartier stattgefunden hat. Das gesamte Material wird in mehreren Schritten nach Wohlen gebracht und im kürzlich eingeweihten Neubau gelagert.

In der neuen Trainingshalle in Wohlen werden zudem Firmenevents durchgeführt und ab November 2015 Weihnachtsvariétés angeboten. Diese sollen nach der Neuausrichtung zum dritten Standbein vom Circus Monti werden – damit werde man zum «Rundumdienstleister im Bereich Events und Zirkus», sagt Muntwyler.

Circus Monti verkürzt Programm und geht 2015 erst im August auf Tournée

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