Villmergen

«Chropfleerete»: Ein Prost im Biergarten mit dem Landammann

Die Nähe zwischen der Bevölkerung und einheimischen Politikern soll so hervorgehoben werden.

Die Nähe zwischen der Bevölkerung und einheimischen Politikern soll so hervorgehoben werden.

Der Regierungsrat Markus Dieth lud die Bevölkerung in Villmergen zu einer Gesprächsrunde in den Biergarten ein. Der Anlass bot dem Landammann die Gelegenheit, mehr über die Sorgen und Nöte der Bevölkerung zu erfahren.

Das Villmerger Bier heisst nicht «Corona», sondern hat viele Namen und wird hergestellt von der Brauerei Erusbacher und Paul AG: «Callista» oder «Naturtrüeb» sind einige der rund 16 Sorten aus der Kleinbrauerei. Und gezapft wird es auch in Zeiten von Corona. Auch am Mittwoch, als Regierungsrat Markus Dieth die Bevölkerung sowie lokale und regionale Behörden und Politiker zum Landammann-Stammtisch im Biergarten des Wirtshauses zur Brauerei begrüsste.

So nah, wie das die Kontaktvorschriften während einer Pandemie zulassen, kamen sich der Aargauer Landammann und die rund 40 Gäste in der Villmerger Brauerei. Man kann den Anlass, der in Zusammenarbeit mit GastroAargau entstanden ist und 2011 zum ersten Mal durchgeführt wurde, als «Chropfleerete», Aussprache oder Gedankenaustausch bezeichnen. Für den Vorsteher des Departements Finanzen und Ressourcen ist es jedenfalls stets eine Gelegenheit, von den Sorgen und Nöten der Bevölkerung zu erfahren und sich darüber zu informieren, wo den Leuten der Schuh drückt.

Der hohe Magistrat war bereits bei der Einweihung der Brauerei Ende April 2019 in Aktion, als er das erste Fass gleich selber anstach. Ziel der neuerlichen Begegnung mit Markus Dieth war es, den Leuten einen persönlichen Zugang zu ihm, eben dem Landammann, und zu politischen Themen zu gewähren sowie die Nähe zwischen der Regierung und der Bevölkerung und einheimischen Politikern durch diesen Anlass hervorzuheben. «Es gibt nichts, das man nicht fragen darf», sagte Dieth, «aber vielleicht gibt es nicht für alles eine Antwort...»

Finanzplanung und Budget im Corona-Jahr

Zu Beginn informierte Markus Dieth über aktuelle Themen, mit denen er beziehungsweise die gesamte Kantonsregierung sich derzeit befassen: «Die Finanzplanung und das Budget sind Schwerpunkte. Noch nie gab es so viele Unsicherheiten, wie in diesem Jahr. Wir wissen alle noch nicht, wie es herauskommt.» Am Tisch der Villmerger Behördendelegation mit Gemeindeammann Ueli Lütolf wollte ein Teilnehmer mehr über die finanzielle Lage des Kantons wissen.

«Es ist so, dass wir vorsichtig budgetieren, aber auch nicht in Panik verfallen. Es gilt abzuwarten, wie sich 2020 finanziell auswirkt. 2021 wird es dann spannend», hielt Markus Dieth fest. Aber nicht nur bei der Regierung, auch auf Gemeindeebene sei es verständlich, dass beim Budget Zurückhaltung geübt wird», meinte er auf die entsprechende Frage des Villmerger Gemeindeammanns.

Darauf angesprochen, wie er zur Lockerung des Verbots von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen steht, erklärte der Landammann: «Meiner Meinung nach ist das zum jetzigen Zeitpunkt vertretbar. Aber es braucht ein wenig Mut von verschiedenen Seiten.»

«Ich habe mich erholt und es geht mir wieder gut»

Das Thema Pandemie bewog eine Teilnehmerin, sich nach seinem Befinden zu erkundigen, war doch Dieth im März selber an Covid-19 erkrankt und musste in Quarantäne. «Der Kampf gegen das Virus hat mich sehr beschäftigt. Ich verzeichnete eine Müdigkeit, die ich vorher nie gekannt habe. Aber inzwischen habe ich mich erholt und es geht mir wieder gut», sagt er.

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