Die zwei Ständerätinnen Pascale Bruderer und Christine Egerszegi strichen beide die Bedeutung der Musik hervor, die Verbindungen und Gemeinschaft stifte und zudem viel Freude bereite. «Es tut gut, das Herzblut hier im Verein zu spüren», meinte Pascale Bruderer. Als Dankeschön für die Einladung lud Christine Egerszegi, die sich politisch sehr für musikalische Förderung engagiert, den Musikverein auch im Namen ihrer Kollegin spontan ins Bundeshaus ein.

Violinschlüssel aus Stroh

Glückwünsche übermittelten auch die Wohler Einwohnerratspräsidentin Ariane Gregor sowie Gemeindeamman Walter Dubler. Die Bedeutung des Vereins und der Gemeinschaft hob Ariane Gregor besonders hervor. Sie wies darauf hin, wie wertvoll es sei, was frühere Generationen dafür geleistet haben. Walter Dubler berichtete, wie sehr der Musikverein in Wohlen geschätzt werde. Für die Zukunft wünschte er dem Verein weiterhin Erfolg und hofft, dieser möge besonders junge Menschen für Blasmusik begeistern. Sogar Marianne Zwölfer, die Bürgermeisterin der Wohler Partnergemeinde Lermoos im Tirol, hatte sich auf den weiten Weg gemacht, um bei der Feier dabei zu sein und dem Verein alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Als Geschenk brachte sie Mozartkugeln in einem Geigenkasten mit. Alle Redner erhielten einen Violinschlüssel aus Stroh, in Anlehnung an die frühere Wohler Strohindustrie.

Ende März in neuer Kleidung

OK-Präsident Edwin Hübscher stellte zusammen mit Roland Konrad den Festführer fürs Jahr 2015 vor. Höhepunkt ist das Jahreskonzert am 28. März, wo die neuen Uniformen erstmals zum Einsatz kommen sollen. Ausserdem gibt es im Herbst ein spannendes Programm, wozu ein Brass-Workshop mit Professor Malte Burba gehört.

Auch die Vergangenheit war ein Thema. Edwin Hübscher berichtet aus historischen Epochen der Vereinsgründung. Da der Beginn des 19. Jahrhunderts unruhig und von Kriegen bestimmt war, zogen sich die Menschen ins Private zurück. «Musiziert wurde in dieser Zeit, die man auch Biedermeier-Epoche nennt, hauptsächlich in den Familien», erläuterte Hübscher. Zwar fanden sich bereits um 1800 erste Vereine zusammen, doch erst anno 1865 gab es eine Welle von Vereinsgründungen, so der OK-Präsident. Allein sechs Musikvereine entstanden im Aargau, wozu auch der Wohler Verein gehört.

Mehr zur Geschichte des Vereins erfahren Interessierte in der neuen Jubiläumsschrift, die an der Geburtstagsgala vorgestellt wurde. Darin berichten verschiedene Personen, wie sie mit dem jubilierenden Musikverein Wohlen verbunden sind. Zudem gibt es allerlei Anekdoten nachzulesen und viele Fotos und Illustrationen zu begutachten.

Selbstverständlich kam an diesem Abend die Musik nicht zu kurz. Dabei erfreute nicht nur der Musikverein Wohlen, unter der Direktion von Markus Steimen, die Gästeschar. Für heitere Stimmung sorgte unter anderem der Zofingermarsch. Mit von der Partie waren die Crazy Hoppers mit ihrem Dirigenten Hansruedi Probst. Auch nach dem offiziellen Teil unterhielt diese Formation das gut gelaunte Publikum aufs Beste. Auch der Chor der regionalen Musikschule unter der Leitung von Prisca Zweifel trat auf. Ein spezielles Highlight war die Präsentation des Freiämterliedes – dieses Mal nicht nur vom Chor gesungen, sondern instrumental von den Crazy Hoppers begleitet.