Muri
Christine Brun tritt zurück – die SP will Gemeinderatssitz verteidigen

Die Gemeinderätin Christine Brun hat auf Ende Jahr aus beruflichen Gründen als Gemeinderätin demissioniert. Ihre Partei will den Sitz halten.

Eddy Schambron
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Photographer: thierry B.

Der Rücktritt kommt überraschend und bringt die SP Muri auf Trab: Gemeinderätin Christine Brun hat als Mitglied des Gemeinderates demissioniert. Für die Sozialdemokraten ist klar, dass sie diesen Sitz verteidigen wollen. «Ich habe gewisse Namen im Kopf», sagt Präsidentin Doris Gasser, «mit der SP ist zu rechnen.» Aber auch bei den bürgerlichen Parteien dürfte der Rücktritt wieder Gelüste nach zusätzlichem Einfluss wecken.

Christine Brun hört Ende Jahr auf, weil sie sich beruflich verändert und damit nicht mehr genügend Zeit für die Gemeinderatsverpflichtungen aufwenden kann. «Ich habe mich gerne für die Gemeinde engagiert.» Aber die Arbeit im Gemeinderat falle nicht gleichmässig an, sondern verlange eine hohe Flexibilität. «Das bringe ich mit meinen neuen beruflichen Verpflichtungen nicht mehr unter einen Hut.»

Sie hört Ende Jahr auf, die Ersatzwahl für den Rest der Amtsperiode 2014–2017 ist auf den 12. Februar festgelegt. Die relativ späte Ersatzwahl ist gut für die Parteien, die damit Zeit für die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten gewinnen, schlecht für die bisherigen Gemeinderatsmitglieder Hampi Budmiger, Präsident, parteilos, Milly Stöckli, Vizepräsidentin, SVP, Heinz Nater, CVP, und Yvonne Leuppi, CVP, die Bruns Arbeit bis zum Einsatz des neugewählten Mitglieds mittragen müssen.

Bewegte Jahre

«Ich blicke mit Zufriedenheit und Dankbarkeit auf die letzten vier Jahre in diesem Amt zurück», stellt Brun fest. «Es waren sehr bewegte Jahre, in denen nicht nur in meinem Ressort (Hochbau, Planung und Liegenschaften) extrem viel gegangen ist.» Sie habe dabei eine gute, konstruktive Zusammenarbeit im Rat erfahren.

Einen «richtigen» Zeitpunkt aufzuhören gebe es im Gemeinderat wohl nicht, weil viele Aufgaben zum Teil über Jahre hinweg betreut und gelöst werden müssten. «Aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt, weil einige grosse Projekt entweder abgeschlossen oder auf einem Stand sind, um sie gut übergeben zu können». Brun erwähnt etwa die Bau- und Nutzungsordnung, bei der die Hauptarbeit geleistet ist.

Die Rückkehr der SP

Christine Brun wurde 2012 in den Gemeinderat gewählt, für die Bürgerlichen ziemlich überraschend. Damals trat Ueli Frey (CVP) aus beruflichen Gründen zurück, Urs Wüthrich wollte für diese Partei den Sitz verteidigen und Benjamin Brander für die SVP einen zweiten erobern.

Doch dann meldete die SP nach sieben Jahren Absenz im Gemeinderat ihren Anspruch an. Sie schickte die heute 47-jährige Boswilerin und Personalfachfrau Christine Brun ins Rennen. Im ersten Anlauf schafften es bei einem absoluten Mehr von 738 Stimmen weder Brun mit 542 Stimmen noch Brander mit 505 oder Wüthrich mit 381. Aber im zweiten Wahlgang klappte die Rückkehr der SP in den Gemeinderat Muri: Brun vereinigte 896 Stimmen auf sich, Brander 806. Sie übernahm von Frey das Ressort Hochbau, Planung und Liegenschaften.

Bei den Erneuerungswahlen für die Amtsperiode 2014–2017 war ihre Wiederwahl kein Thema mehr; mit der Bisherigen Milly Stöckli (SVP) und der neuen CVP-Frau Yvonne Leuppi gewannen die Frauen für diese Amtsperiode sogar die Oberhand.

Sitz behalten

«Die Kandidatur einer Frau wäre sicher schön, ist aber nicht zwingend», sagt Doris Gasser, Präsidentin der SP Muri. Sie ist jetzt auf der Suche nach einer geeigneten Kandidatin oder einem geeigneten Kandidaten. «Es handelt sich um ein anspruchsvolles Amt, das eine verantwortungsvolle Kandidatenevaluation verlangt.» Gasser hat mögliche Leute bereits ins Auge gefasst, räumt aber ein, dass «es übertrieben wäre zu behaupten, wir hätten sie im Überfluss.» Nominationen müssen bis 30. Dezember eingereicht sein.