Oberwil-Lieli
Christbaum darf nur im Wald brennen

«Der Baum verbrennt bei uns im Wald und nicht in der Stube» - so lautet das Motto der Feuerwehr Oberwil- Lieli, die Sonntagabend das Christbaumverbrennen bei der Waldhütte beaufsichtigte.

Fabian Hägler
Merken
Drucken
Teilen

«Wir führen diesen Anlass seit mehreren Jahren durch, im Schnitt verbrennen wir dabei rund 100 Bäume», sagt Feuerwehrkommandant Stefan Strebel. Auch dieses Jahr nutzen zahlreiche Einwohner von Oberwil-Lieli die Gelegenheit, ihren Christbaum zu entsorgen. Angehängt am Auto oder Velo, auf Anhängern und Leiterwagen, oder von Hand gezogen am Seil, werden die ausgedienten Bäume zur Waldhütte gebracht. «Unser Ziel ist es, die dürren Christbäume aus den Stuben zu bekommen», erklärt Strebel. Er betont, die Bäume seien nun, zwei Wochen nach Weihnachten, sehr gefährlich. «Es kommt im Aargau immer wieder zu Wohnungsbränden, die von trockenen Christbäumen ausgehen», sagt Strebel. Glücklicherweise habe er selber allerdings noch nie zu einem solchen Brand ausrücken müssen.

Bäume brennen innert Sekunden

«Vielen Leuten ist aber gar nicht bewusst, wie gut ein solcher Baum brennt», gibt Strebel zu bedenken. Auf dem Platz vor der Waldhütte, wo vier Feuerwehrleute an der Arbeit sind, wird dies rasch deutlich. Nur wenige Sekunden, nachdem ein grün aussehender Baum aufs Feuer geworfen wird, brennt er schon lichterloh. «Für die Kinder ist das sehr eindrücklich, und auch ihre Eltern sehen, dass ein dürrer Christbaum in der Stube ein grosses Risiko ist», sagt Strebel.

Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
12 Bilder
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli
Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli

Christbaumverbrennen in Oberwil-Lieli

Chris Iseli

Insbesondere die aus Skandinavien importierten Christbäume, die schon mehrere Wochen vor Weihnachten geschnitten werden, sind laut dem Feuerwehrkommandanten ein Problem. «Sie sind richtig dürr, viel trockener als die Bäume, die kurz vor dem Fest von unserem Förster im Wald geschlagen werden», sagt er.

Wohnungsbrände verhindern

Stefan Strebel räumt ein, dass nicht alle Christbäume jetzt schon ganz dürr sind und einige beim Verbrennen viel Rauch verursachen. Das zeigt sich auch bei der Waldhütte im Gebiet Litzibuech: Schon von weitem ist die Rauchsäule zu erkennen. Strebel weiss, dass die kantonale Abteilung Umwelt Vorbehalte gegen das Christbaumverbrennen hat. Er hält jedoch fest: «Natürlich gibt es Immissionen, wenn wir die Bäume verbrennen. Wenn aber wegen eines Christbaums eine Wohnung brennt, ist der Schaden für die Umwelt um ein Vielfaches höher.» Überdies habe der Gemeinderat Oberwil-Lieli das Christbaumverbrennen bewilligt. Bei der Bevölkerung ist der Anlass beliebt: Er bietet Gelegenheit, den Christbaum sicher zu entsorgen und bei einer Gratiswurst auf das neue Jahr anzustossen.