Bünzen

Christbäume flogen fast 9 Meter weit durch die Luft

Beim zweiten Weihnachtsbaumwerfen in Bünzen wurde die bisherige Bestweite klar übertroffen. 8,8 Meter weit schleuderte Martin Koch seinen Baum – 3,1 Meter mehr als der Sieger im Vorjahr.

«Die spinnen, die Bünzer», hätte sich Obelix wohl gedacht. Am Waldrand stehen sie und feuern einander an, während sie Tannenbäume durch die Luft schleudern. Doch das Treiben hat einen Hintergrund: Anstelle des jährlichen Christbaum-Verbrennens stellte der Feuerwehrverein ein Weihnachtsbaum-Weitwerfen auf die Beine. Der Anlass wurde nun zum zweiten Mal durchgeführt und seine Erfolgskurve zeigt steil nach oben. Insgesamt wagten sich 42 Bünzerinnen und Bünzer ans harzige Holz.

Rekord von 2012 pulverisiert

Das Weihnachtsbaum-Weitwerfen scheint etwas Magisches an sich zu haben. Klein und Gross strömen zum Bünzer Schützenhaus, um daran teilzunehmen und ihre dürr gewordenen Tannen loszuwerden. Die Regeln sind simpel: Es gibt die Kategorien Kinder, Frauen und Männer. Jede Kategorie hat ihren eigenen Baum, mit dem die Weihnachtssportler werfen müssen. Von zwei Versuchen zählt der bessere. Eine ganze Stunde lang fliegen die Tannen durch die Luft, bevor sich auch der letzte der 42 Bünzer am weihnachtlichen Werfen versucht hat.

Das Resultat am Ende des Abends ist erstaunlich: Martin Koch pulverisiert den letztjährigen Rekord (5,7 Meter) mit seinem Ergebnis von 8,8 Metern. Der Sieger des letzten Jahres, Andreas Heggli, blieb immerhin auf Platz zwei.In der Frauenkategorie triumphierte Barbara Büchi mit 5,5 Metern, bei den Kindern gewann Silvan Büchi.

«Die starke Steigerung ist wohl auf die leichteren Bäume zurückzuführen», sagt Rolf Wiederkehr, Vizepräsident des Feuerwehrvereins und Präsident der Bünzer Ortsbürgerkommission. 2012 warfen viele mit ihren eigenen, wuchtigen Bäumen - heute nahmen aber alle die schmalen, vorbereiteten Tannen.

Verein machte Not zur Tugend

Das Weihnachtsbaum-Werfen ist beliebt, doch es entstand aus einer misslichen Situation: Vor zwei Jahren bewilligte Bünzen das Weihnachtsbaum-Verbrennen nicht mehr. Grund war die Luftreinhalte-Verordnung, welche die CO2-Emission der Verbrennung als zu hoch einstufte.

Also rief der Feuerwehrverein den Weitwurf-Wettbewerb ins Leben. Ganz nachvollziehen kann Wiederkehr den Entscheid der Gemeinde aber nicht: «Im Vergleich zu dem, was an Silvester und am 1. August in die Luft geschleudert ist, ist das Christbaum-Verbrennen nichts.»

Dennoch ist er nun stolz auf den Anlass, zumal Bünzen die einzige Gemeinde im Freiamt mit einem Weihnachtsbaum-Werfen ist. Zudem könne er sich gut vorstellen, dass andere Gemeinden freiwillig nachziehen werden. In Bünzen etabliert sich der Anlass jedenfalls als fester Termin in der Dorf-Agenda.

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