Giftig
Chlorgas in der Badi Muri: Wie lange noch?

Nur noch zwei Aargauer Badis arbeiten mit Chlorgas. Bald ist Muri alleine. Wegen des Einsatzes des gefährlichen Stoffs muss die Badi sich an strenge Regeln halten.

Noemi Lea Landolt
Merken
Drucken
Teilen
Mit der nächsten Sanierung wird die alte Technik in der Badi Muri ausrangiert. (Symbolbild)

Mit der nächsten Sanierung wird die alte Technik in der Badi Muri ausrangiert. (Symbolbild)

Keystone

Badis mit Chlorgas-Anlagen verwenden druckverflüssigtes Chlorgas aus Gasflaschen, um das Badewasser zu desinfizieren. Im Kanton Aargau verfügen nur noch die beiden Badis in Villmergen und Muri über solche Chlorgas-Anlagen. Alle anderen Badis haben auf andere, weniger gefährliche Systeme zur Wasseraufbereitung umgestellt. Auch in Villmergen kommt ab nächster Saison kein Chlorgas mehr zum Einsatz, wie Alda Breitenmoser, die Leiterin des Amts für Verbraucherschutz, sagte. In Muri gibt es zwar noch keinen Termin. Aber sobald das Schwimmbad saniert werde, werde auch die Wasseraufbereitung umgestellt, sagt Martin Burkart, Betriebsleiter der Badi Muri. Die Technik in Muri ist seit 37 Jahren im Einsatz – allzu viel Zeit dürfte bis zu einer Sanierung nicht mehr verstreichen. Bis dahin muss die Badi die Vorgaben in der Störfallverordnung einhalten.

Die Gefahr, dass Chlorgas in die Luft gelangt, ist aber auch mit alternativen Wasseraufbereitungssystemen nicht gebannt. Das zeigte der Zwischenfall in der Badi Bremgarten am Dienstag. Komme es unabsichtlich zu einer Vermischung von Schwefelsäure und Javel-Lösung, könne Chlorgas entstehen, erklärt Breitenmoser vom Amt für Verbraucherschutz. «Das Schadenspotenzial ist bei solchen Unfällen aber kleiner als bei Störfällen in Betrieben, die druckverflüssigtes Chlorgas einsetzen.» Das Amt sei im Moment dabei, «detaillierter in Erfahrung zu bringen, was sich im Schwimmbad Bremgarten ereignet hat».