"Bubble Ball"
Checks und Überschläge: So geht Pädagogik in der Plastikkugel

Die Jugendarbeit Unteramtplus veranstaltete für Schüler einen «Bubble-Ball»-Fussballevent – statt langen Dribblings gab es Checks und Überschläge.

Ladina Buess
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Die "Bubble Balls" brachten die Spieler zuweilen in Schieflage.

Die "Bubble Balls" brachten die Spieler zuweilen in Schieflage.

Aufgeregt warteten letzten Freitagabend gut dreissig Jugendliche auf dem Sportplatz der Schule Islisberg auf den anstehenden Event. Festbänke waren aufgestellt, es roch nach Grilliertem und rechtzeitig für den Start stach die Sonne durch die Wolken. Der Anlass war der «Bubble Balls on Tour», einem Programm der offenen Jugendarbeit Unteramtplus.

Die Jugendlichen waren altersdurchmischt, die Zielgruppe ist jedoch die sechste bis neunte Klasse, wie Mischa Rosenberger, Leiter der Jugendarbeit Unteramt, sagte. «Unser Ziel ist, die Jugendlichen bei ihren Ideen zu unterstützen und mit ihnen gemeinsam eine sinnvolle Freizeit zu gestalten», erklärte Rosenberger. Animieren, unterstützten und begleiten ist ihr Leitgedanke.

Die Idee für das «Bubble-Ball»-Fussball, einem Fussballspiel, bei der die Spieler mit ihrem Oberkörper in aufgeblasenen Plastikkugeln stecken, kam ebenfalls von den Jugendlichen. «Die Motivation für Fussball ist in der Umgebung sehr stark», so Rosenberger.

Nach einigen Abklärungen wurde das erste Spiel angepfiffen. Vom Spielfeldrand aus wurde angefeuert und mitgefiebert. Der Ansturm auf die «Bubble Balls» war gross. Zwischen den Spielen nutzten Kinder, die nicht in ein Team eingeteilt waren, die Zeit, um auch mal in solch einen Plastikball zu schlüpfen und herumzurollen oder gar Purzelbäume zu schlagen.

Nicht nur das ist anders als beim normalen Fussball: «Man kann viel mehr wegchecken», meint ein Jugendlicher und grinst. «Man sieht nicht sehr gut und es ist sehr eng und heiss, so kann man schlechter spielen», kommentiert ein anderer. Tatsächlich bleiben grosse Tore und beeindruckende Dribblings aus, dafür sorgten sanfte Zusammenstösse und das Wegrollen von Spielern für ein amüsiertes Publikum.

Beziehungsebene wird gestärkt

Der Event war für die Jugendlichen eine tolle Möglichkeit, sich selber einzubringen, zusammenzukommen und Spass zu haben. Für das Team der Jugendarbeit ist aber klar, dass für sie noch mehr dahintersteckt. Sie möchten die Beziehungsebene von Sozialarbeiter und Jugendlichen stärken, das Gemeindeleben fördern sowie den Jugendlichen die Chance auf neue, informelle Lernfelder eröffnen.

Selbst wenn es für die Jugendlichen zunächst hauptsächlich um das «Spasshaben» geht, tragen sie die Unterstützung und das nachhaltige Engagement der Jugendarbeit Unteramt mit sich.