Bremgarten

Casinofreiräume: «Rolls Reuss 1» hat das Rennen gemacht

Das Gestaltungskonzept «Rolls Reuss 1» von Sabrina Kessler und Roman Lüssi hat die Jury des Evariste-Mertens-Preises 2018 überzeugt.

Für die Neugestaltung der Casinofreiräume erhalten zwei junge Landschaftsarchitekten den Evariste-Mertens-Preis.

Die Freiräume rund um das Casino Bremgarten sind heute unscheinbar und vor allem geprägt vom motorisierten Verkehr. Nur während der verschiedenen Kultur-, Sport- und Marktanlässe der Stadt, über das ganze Jahr verteilt, wird der Ort für Jung und Alt lebendig. Schon länger hegte die Stadt Bremgarten die Idee, diese platzartige Fläche vor den Toren der Altstadt aufzuwerten. Denn der Blick von der Reuss auf die Silhouette der Bremgarter Altstadt – ein Ortsbild von nationaler Bedeutung – ist einmalig.

Mit der geplanten Neuorganisation der Erschliessung und Ausgestaltung als Begegnungszone soll ein attraktiver Aufenthalts- und Erholungsraum am Wasser entstehen. Im Rahmen des Wettbewerbs um die Verleihung des Evariste-Mertens-Preises zur Förderung junger Berufsleute wurden Landschaftsarchitekten eingeladen, ihre Pläne für ein entsprechendes Projekt in Bremgarten einzureichen. Die jungen Berufsleute erwartete eine gleichermassen spannende als auch knifflige Aufgabe: Die Freiräume rund um das Casinogebäude sollen ein angemessenes Gegenüber zur Altstadt bilden. Zu berücksichtigen waren dabei insbesondere die verkehrstechnischen Anforderungen, bestehende Nutzungen sowie der Markt oder die gewässerrechtlichen Rahmenbedingungen.

Dem Ort angemessene Lösungen

An zwei Jurytagen wurden 18 zur Beurteilung zugelassene Beiträge intensiv diskutiert und von ausgewiesenen Sach- und Fachjuroren beurteilt. Doris Stöckli, Vizeammann von Bremgarten, ist überzeugt: «Die Investition in ein Wettbewerbsverfahren war eine gute Entscheidung. Sie hat den Nachwuchs herausgefordert und viele Ideen wachsen lassen. Eine Investition in die Zukunft, die sich sehen lassen kann. Es wurde ein breites Spektrum an Projektideen eingereicht.»

Das erstrangige Projekt «Rolls Reuss 1», vorgelegt von den zwei Landschaftsarchitekten Sabrina Kessler, Luzern, und Roman Lüssi, Zürich, überzeugte die Jury als schlüssige Gesamtleistung und zeigt in den einzelnen Projektteilen interessante und dem Ort angemessene Lösungen. Drei Bereiche mit unterschiedlicher Identität und Atmosphäre sollen dabei entstehen: Ein öffentlicher Platz als Scharnier zur Altstadt, eine erhöhte Holzterrasse mit Sicht auf die Silhouette der Bremgarter Altstadt und ein neuer, eigenständiger Aussenbereich beim Reussbrückesaal und rund um das Casino.

Das Zusammenspiel zwischen dem offenen Reussplatz und der kleinteiligen, mit den Holzdecks präzise formulierten Reusspromenade nimmt den Charakter des Ortes auf und ermöglicht ein vielseitiges Nutzungsangebot.

Gemeinden sensibilisieren

Seit dreissig Jahren veranstaltet der Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen (BSLA) in Kooperation mit Kantonen, Städten und Gemeinden einen Nachwuchswettbewerb zur Förderung junger Berufsleute. Der Evariste-Mertens-Preis 2018 wurde von der Stadt Bremgarten in Kooperation mit der Abteilung Raumentwicklung des Kantons Aargau und dem BSLA ausgeschrieben. Auslöser war das kantonale Projekt «Fokus öffentlicher Raum». Mit diesem will die Abteilung Raumentwicklung die Aargauer Gemeinden für die hohe Bedeutung der öffentlichen Freiräume in den dichter werdenden Siedlungen durch gute Projektbeispiele sensibilisieren. (az/ian)

Meistgesehen

Artboard 1