Waltenschwil

Carmen Zumbühl hat über 800 Chlausfiguren zusammengetragen

Ihre Samichläuse kommen aus der ganzen Welt: Carmen Zumbühl im Ortsmuseum Waltenschwil.ak

Ihre Samichläuse kommen aus der ganzen Welt: Carmen Zumbühl im Ortsmuseum Waltenschwil.ak

Carmen Zumbühl sammelt Chlausfiguren – nun sind ihre Trouvaillen im Ortsmuseum zu bestaunen. Die wenigsten ihrer Chläuse hat sie selbst gekauft. Freunde und Verwandte beschenkten sie mit den Nikoläusen.

Die einen sammeln Briefmarken, andere Kaffeerahmdeckel – Carmen Zumbühl aus Bremgarten sammelt Samichläuse. Rund 800 Figuren in allen Grössen, Farben und aus jeglichen Materialien zählt Zumbühls Sammlung, darunter sind Chläuse aus der ganzen Welt: Der Coca-Cola-Santaclaus, ein australischer Samichlaus mit nacktem Hintern, Chläuse aus Italien, Norwegen und Holland. Das Sammeln sei eine Leidenschaft, bekennt die gelernte Schneiderin, oder wie es ihr Grosi auszudrücken pflegte: «Andere sammeln halt Staub unterm Bett.» Doch angefangen hat die heitere Freizeitbeschäftigung mit einem traumatischen Kindheitserlebnis.

In den Sack gesteckt

Sie war drei Jahre alt, als der Samichlaus zu ihr nach Hause kam, ihr Bruder war fünf und «ein Schlitzohr», erinnert sich Carmen Zumbühl. Der Nikolaus fand, so einen Buben könne er im Wald gut gebrauchen, um Ruten zu binden, packte ihn und wollte ihn kurzerhand in den Sack stecken. Doch der Junge hatte Angst und klammerte sich so fest an Vaters Hemd, dass der Ärmel riss. Da wandte sich der Samichlaus an die kleine Carmen: «Wenn dein Bruder nicht will, dann nehme ich eben dich», sagte er, hob sie in den Jutesack und hielt ihn oben zu.

«Noch als Erstklässlerin fürchtete ich mich wahnsinnig vor dem Samichlaus», erzählt Zumbühl. Heute, als 63-Jährige, habe sie aber keine Angst mehr. Um ihr als Kind die Angst vor dem bärtigen Herrn im Bischofsgewand zu nehmen, erzählten Mutter und Grossmutter immer wieder Geschichten vom gutherzigen Samichlaus und vom Nikolaus in den verschiedenen Kulturen, Father Christmas in Amerika und Väterchen Frost in Russland. «Im Kindergarten schenkte mir meine Mutter die erste Samichlausfigur.» Diese wachte in Zumbühls Kinderzimmer – und ist das erste Stück der nun enormen Sammlung. Inzwischen hat sie für diese ein Lager im eigenen Geschäft angelegt: Zumbühl und ihr Mann besitzen einen Fitnessklub in Bremgarten, dort kann sie die Figuren aufbewahren. Jedes Jahr am 1. Advent holt Zumbühl ihre Nikoläuse hervor und dekoriert ihr Haus in Bremgarten. Bleiben dürfen sie bis zum 6. Januar. «Das ganze Jahr über würde ich das nicht aushalten», sagt sie.

Ausstellung im Ortsmuseum

Die wenigsten ihrer Chläuse hat sie selbst gekauft. Freunde und Verwandte schenken ihr Nikoläuse, bringen sie von Reisen mit oder kaufen sie auf Weihnachtsmärkten. Dazu kommt, dass Zumbühl am 15. Dezember geboren ist und somit mitten im Advent Geburtstag feiert.

An manchen Figuren hänge sie besonders, gesteht die Sammlerin, beispielsweise war ein grosser Samichlaus ein Hochzeitsgeschenk ihres Mannes. «Er nörgelt immer, dabei kauft er die meisten», meint die Bremgarterin liebevoll.

Nun zeigt Zumbühl ihre Sammlung im Ortsmuseum Waltenschwil. Am 7. Dezember wird die Ausstellung eröffnet. Um 16.45 Uhr wird in der Kirche eine Adventsgeschichte erzählt, danach zieht der Nikolaus um 17 Uhr ins Ortsmuseum ein. Carmen Zumbühl wird während der Ausstellung vor Ort sein – sie möchte Auskunft geben, falls Fragen auftauchen.

Ausstellung Freitag 7. Dezember, 17 bis 21 Uhr, Samstag 8. Dezember, 14 bis 21 Uhr, Sonntag 9. Dezember, 10 bis 16 Uhr.

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