Die Bundesbehörden haben die grossräumige Freileitungs-Umfahrungsvariante über den «Wagenrain»-Wald vorgeprüft. Fazit: «Realisierbar, aber es braucht zwingend ein neues Planungsverfahren für den neuen Leitungskorridor.»

Dieses SÜL-Verfahren (SÜL = Sachplan Übertragungsleitungen) gelangt auch bei einer grossräumigen Bodenverkabelungs-Variante zur Anwendung. Die Erarbeitung eines weiträumigen Erdverkabelungsprojekts ist Vorschrift, damit man die Vor- und Nachteile der beiden Varianten vergleichen kann.

Neubeginn eingeleitet

Was bedeutet das neu angeordnete Verfahren? «Es handelt sich um einen Neustart mit zeitlichen Auswirkungen», bestätigte André Buhr an der Generalversammlung des Vereins Verträgliche Starkstromleitung Reusstal (VSLR) in Fischbach-Göslikon. Buhr, Projektingenieur beim Stromkonzern Axpo, teilte folgenden Terminplan mit, den die Bundesbehörden zusammengestellt hatten: 2012 bis 2015 SÜL-Verfahren; 2016 Detailprojektierung, Einleitung Plangenehmigungsverfahren, öffentliche Planauflagen; bis 2019 Abschluss Plangenehmigungsverfahren auf Stufe BFE (Bundesamt für Energie und Esti (Eidgenössisches Starkstrominspektorat); bis 2022 Urteile bei allfälligen Rechtsmittelverfahren am Bundesverwaltungsgericht sowie am Bundesgericht. Demnach dürften noch rund zehn Jahre verstreichen bis zum Ausbau der Leitung.

«Ein positives Signal»

Wie wertet VSLR-Präsident Hans Kneubühler (Fischbach-Göslikon) die überraschende neue Entwicklung? «Es ist ein positives Signal, es deutet auf einen weiträumigen Leitungsausbau ausserhalb unseres Siedlungsgebietes hin.» Der Axpo-Konzern habe die Projektierung der Wagenrain-Freileitung mittlerweile weit vorangetrieben. Nach wie vor sei diese Variante die zweitbeste Lösung. Die beste Variante stelle nach Ansicht des VSLR eine weiträumige Bodenverkabelung dar. Als Wermutstropfen im Zusammenhang mit dem neu eingeleiteten Verfahren bezeichnet Kneubühler die Zeitdauer. Die Freileitungen beim Wohngebiet in Niederwil.

Im SÜL-Verfahren soll der am besten geeignete Korridor für Leitungsprojekte bestimmt werden. Zuständig für dieses Koordinationsinstrument zeichnet das Bundesamt für Energie in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Raumentwicklung.

Beim Projekt Reusstal sollen eine SÜL-Kerngruppe sowie eine Begleitgruppe gebildet werden. Nebst Vertretern der Bundesämter nehmen in der Begleitgruppe auch Leute des Kantons Aargau und Vertreter einer Umweltorganisation Einsitz.