Vereinbarung

Bünzer Schützen schiessen bis 2018 in Bremgarten

© Eddy Schambron

Weil der Weiterbetrieb der Schiessanlage in Bünzen wegen eines fehlenden Überschiessrechts nicht mehr möglich ist, weichen die Bünzer Schützen provisorisch in die Schiessanlage Stockweiher in Bremgarten aus.

Bei der Suche nach einer Alternative zur Schiessanlage Bünzen hat der Gemeinderat insgesamt 17 Gemeinden und Organisationen angefragt, ob die Mitbenützung einer externen Schiessanlage möglich ist. Nun konnte der Gemeinderat mit dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), Armasuisse Immobilien, Bern, sowie der Stadt Bremgarten eine Vereinbarung für die Benützung der Schiessanlage Stockweiher in Bremgarten unterzeichnen. Vorausgegangen sind lange und zum Teil gehässige Diskussionen.

Harte Diskussionen

Der Landbesitzer, der seit 1968 der Schützengesellschaft Bünzen das Überschiessrecht über sein Landwirtschaftsland erteilt hatte, kündigte den entsprechenden Vertrag auf Ende 2015. Er will das Land wieder frei von Einschränkungen bewirtschaften können. Ruedi Seiler, Präsident der Schützengesellschaft Bünzen, erklärte, es sei unverständlich, dass der Gemeinderat diese Kündigung akzeptiere.

Die Gemeinde sei gesetzlich verpflichtet, einem aktiven Schützenverein den Schiessbetrieb sowie die Durchführung des Obligatorischen und des Feldschiessens zu ermöglichen. Es sei in früheren Jahren verpasst worden, das Überschiessrecht ins Grundbuch einzutragen, obwohl es so vorgesehen gewesen sei. «Wir versuchten seit Jahren, den Gemeinderat zu bewegen, dies nachzuholen.» Es sei das Recht eines privaten Grundeigentümers, einen solchen Vertrag aufzulösen, widersprach hingegen Marlise Müller. Das könne die Gemeinde nicht verhindern. Ein Enteignungsverfahren, wie von den Schützen gefordert, komme schon aus Verhältnismässigkeitsgründen nicht infrage.

Vor neun Monaten griff die Schützengesellschaft Bünzen den Gemeinderat frontal an und suchte bei der Bevölkerung Unterstützung: Mit der Genehmigung einer Kündigung des Überschiessrechts durch den privaten Grundeigentümer nehme der Gemeinderat in Kauf, «dass die SG Bünzen auf ihrem Schiessstand nicht mehr weiter ihre Vereinsaktivität, das Sportschiessen, ausüben und ihren Auftrag zum Durchführen der Bundesprogramme ausführen kann.»

Der 165 Jahre alte Verein mit seinen 42 Mitgliedern, davon 30 aktive Schützen, stehe damit «vor dem Aus». Das beurteilte der Gemeinderat anders: «Mit der Möglichkeit, auswärts zu schiessen, ist der Verein in keiner Weise gefährdet», betonten sowohl Müller als auch ihr Gemeinderatskollege Peter Huber. Seiler wiederum fand, auswärts schiessen sei nur eine Alternative, wenn die Wegdistanz und die Schiessanlage akzeptierbar sind.

Die Vereinbarung zwischen der Gemeinde Bünzen und dem Departement für Verteidigung Bevölkerungsschutz und Sport VBS, sowie Armasuisse Immobilien, Bern, ist rückwirkend ab dem 1. Januar in Kraft getreten und dauert bis zum 31. Dezember 2018.

Meistgesehen

Artboard 1