Bünzen
Das war knapp: 234 Ja- gegen 210 Nein-Stimmen - Bünzen lehnt das Referendum knapp ab

Hauchdünn, mit bloss 24 Stimmen unterschied wurde das Referendum bachab geschickt. Damit stehen die Türen offen für die vertiefte Prüfung der Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Boswil.

Nathalie Wolgensinger
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Die Bünzer Stimmbevölkerung gab grünes Licht für die vertiefte Prüfung einer Zusammenarbeit mit Boswil.

Die Bünzer Stimmbevölkerung gab grünes Licht für die vertiefte Prüfung einer Zusammenarbeit mit Boswil.

Marc Ribolla

Knapper geht es fast nicht mehr: Mit 234 Ja- gegen 210 Nein-Stimmen schickten die Bünzerinnen und Bünzer das Referendum bachab. Im Juli dieses Jahres sammelte das Komitee 252 Unterschriften gegen den von der Gemeindeversammlung bewilligten Kredit von 115000 Franken für eine vertiefte Prüfung eines Zusammenschlusses mit der Nachbargemeinde Boswil.

Nachdem das Referendum zustande gekommen war, gingen die Wogen hoch im kleinen Dorf. Anfang September lud das Referendumskomitee zur Podiumsdiskussion in die Mehrzweckhalle ein. Die Gegner des Kredites stiessen sich daran, dass bloss 66 Stimmbürger an der Gemeindeversammlung teilgenommen und den Kredit damals gutgeheissen hatten.

Mit dem Referendum sollten alle Bünzer Gelegenheit zur Abstimmung erhalten. Ramona Kuhn vom Referendumskomitee bemängelte, dass man sich ohne Not mit dem Nachbarn zusammenschliesse. Zudem kritisierten Kuhn und ihre Mitstreiter den straffen Zeitplan, den der Gemeinderat vorlegte.

Den Entscheid des Volkes müssen sie nun akzeptieren

Bünzens Frau Gemeindeammann Marlise Müller war da anderer Meinung: «Es ist zunehmend schwierig, qualifizierte Personen zu finden, und Gemeinderatskandidaten zu rekrutieren, ist fast aussichtslos.» Die kleine Gemeinde stosse je länger desto mehr an ihre Leistungrenzen, verdeutlichte sie.

Eine Umfrage, die im Februar dieses Jahres durchgeführt wurde, zeigte auf, dass beide Gemeinden dem Vorhaben gegenüber positiv eingestellt sind. Beide Gemeindeversammlungen hiessen denn auch den Kredit zur Prüfung des Zusammenschlusses gut. Die Wogen gingen zwar hoch an der Podiumsdiskussion.

Wie die Bünzerinnen und Bünzer abstimmen würden, war damals schwierig vorauszusagen. Und so verwundert es nicht, dass das Resultat denkbar knapp ausfällt. Stefan Hafen vom Referendumskomitee sagt: «Das Volk hat entschieden, wenn auch knapp.»

Den Entscheid gelte es nun zu akzeptieren, blickt der 35-jährige Zimmerei-Vorarbeiter, der gestern in den Bünzer Gemeinderat gewählt wurde, voraus. In den nächsten Tagen werden Hafen und seine Mitstreiter prüfen, ob sie Einsitz in eine der Fusions-Arbeitsgruppen nehmen werden.

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