Der Landi Freiamt geht es richtig gut: Erstmals in ihrem Bestehen kann sie den Mitgliedern eine Rückvergütung in Form einer Gewinnausschüttung gewähren und die Mitarbeitenden am Erfolg beteiligen. Gleichzeitig wird kräftig für die Zukunft investiert, konkret 5,85 Mio. Franken in Boswil und 24 Mio. Franken in Merenschwand. «Die Generalversammlung hat die entsprechenden Kredite ohne eine Frage und ohne eine Diskussion einstimmig genehmigt», freut sich Präsident Andreas Schüpbach aus Kallern. Gutgeheissen wurde auch die Kreditabrechnung Landi-Laden Widen.

Bezüglich ihres Standorts seien es «Perlen», wie sich Daniel Strebel, einer der drei Geschäftsleiter, ausdrückt: Die Volg in Boswil und Merenschwand liegen verkehrsmässig hervorragend, verfügen über genügend Parkplätze und erfreuen sich entsprechender Kundenfrequenzen. «Wir bauen in Boswil zwölf einfache, bezahlbare Wohnungen», sagt Strebel. Die Realisierung dieses Projektes kommt ein wenig früher als ursprünglich angedacht, weil mit anderen Bauwilligen Synergien genutzt werden können. So wird beispielsweise eine gemeinsame Tiefgarage entstehen.

Wesentlich umfassender und auch teurer ist das Projekt in Merenschwand. Über dem neuen, grossen Ladenlokal werden 20 Mietwohnungen und weitere Gewerberäume gebaut. Ebenfalls entsteht eine Tankstelle, die mit grosser Wahrscheinlichkeit auch eine Ladestation für Elektrofahrzeuge, gespeist von einer Photovoltaik-Anlage, aufweisen wird. «Wir realisieren hier eine Zentrumslösung als Publikumsmagnet», fasst Strebel das Projekt unmittelbar beim neu entstehenden Kreisel Hirschen zusammen.

Noch vor den Sommerferien sollen für beide Vorhaben die Baugesuche eingereicht werden. Als Baustart ist der April 2020 vorgesehen. Während Boswil «im besten Fall und ohne Einsprachen» im Herbst 2021 bezugsbereit sein wird, dürfte die Fertigstellung in Merenschwand frühestens im Frühling 2022 sein.

Mietzinse unter Druck

Macht es Sinn, weitere Wohnungen zu bauen, wo doch die Mietzinse wegen dem Überangebot an Wohnungen unter Druck sind? «Es stimmt», sagt Strebel, «es war auch schon einfacher, Wohnungen zu vermieten.» Aber er warnt im Jahresbericht davor, «keine voreiligen Schlüsse zu ziehen». Der Immobilienmarkt sei an den jeweiligen Standortgemeinden genau erfasst und analysiert worden. «Das Resultat bestätigt: Für neue, preislich attraktive Wohnungen ist sowohl in Boswil als auch in Merenschwand nach wie vor eine Nachfrage vorhanden.» Umso wichtiger sei es, die Baukosten im Griff zu haben, damit eine akzeptable Rendite erwirtschaftet werden kann.

Kontinuierliche Entwicklung

Die Zahlen der Landi Freiamt sprechen von einer kontinuierlichen Entwicklung. Der Eigenkapitalanteil stieg in den letzten vier Jahren von 53,6 auf 73,4 Prozent, die Bilanzsumme von 34,4 auf 41,2 Mio. Franken. Der Bruttogewinn wuchs von 13,8 auf 15,3 Mio. Franken. In den vergangenen neun Jahren belief sich der Geldzufluss aus Betriebstätigkeit auf 36 Mio. Franken. Die Investitionen betrugen 27 Mio. Franken und für 2,6 Mio. Franken wurden Anlagewerte veräussert. So konnten 11,6 Mio. Franken angespart beziehungsweise entsprechend Schulden getilgt werden, freut sich Schüpbach.

In der Verwaltung haben Astrid Wiederkehr nach 24 Jahren und Bonaventur Kuhn nach 12 Jahren ihren Nachfolgerinnen Andrea Haas aus Berikon und Christine Töngi aus Künten-Sulz Platz gemacht. Weiter verbleiben Präsident Andreas Schüpbach, Stefan Lüthy, Thomas Isler, Erwin Stöckli, Dario Steiner und Marcel Vollenweider. Für 20 Jahre Treue wurden Karin Marti, Volg Sarmenstorf, Katharina Soldera, Volg Waltenschwil, und Bernadette Stocker, Volg Dietwil, geehrt.