«Es gibt noch einiges zu tun», sagt Bruno Breitschmid. Insbesondere in seinem Departement Soziales seien verschiedene Projekte zwar angedacht, aber noch nicht umgesetzt. Das würde er gerne anpacken beziehungsweise zu Ende bringen. «Sicher, das könnte allenfalls auch ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin», sagt er. Aber er plädiere für Kontinuität. Sie sei ein wichtiger Bestandteil dafür, dass das politische Klima in Wohlen ruhiger werde.

Sein fortgeschrittenes Alter erachtet er keineswegs als Makel: «Ich bin verschiedentlich darauf angesprochen worden und sage immer dasselbe: Der Anteil der älteren Einwohnerinnen und Einwohner wird auch in Wohlen immer grösser. Und auch diese Bevölkerungsgruppe hat das Recht, im Gemeinderat vertreten zu sein.»

«Wer Hilfe will, soll etwas tun»

Ein Thema, das ihm schon länger unter den Nägeln brenne, sei die Sozialhilfe: «Wer Geld von der Gemeinde will, soll etwas dafür tun. Ich denke da an ein Beschäftigungsprogramm. Es können durchaus auch niederschwellige Arbeiten sein, die von Sozialhilfebezügern verrichtet werden.» Wichtig sei es, den Leuten Tagesstrukturen zu geben und damit allenfalls auch bessere Chancen für die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Zudem, sagt Bruno Breitschmid, könnte Wohlen damit auch ein Signal aussenden: «Wir dürfen für Sozialhilfebezüger nicht zu attraktiv werden.»

Kontinuität im Gemeinderat erachtet Breitschmid auch bei anderen Projekten als wichtig: «Wir sind am Bahnhof am Planen und haben bei der Schulraumplanung wieder einen wichtigen Schritt vorwärtsgemacht. Die Frage ist erlaubt: Würde eine neue Crew unsere Vorarbeit übernehmen oder besteht nicht auch die Gefahr, dass man alles wieder über den Haufen wirft?»

Nicht nur sein Alter könnte allenfalls Einfluss auf die Wahlchancen von Bruno Breitschmid haben. Auch der Umstand, dass die FDP mit Dieter Stäger einen zweiten Kandidaten ins Rennen schickt, erhöht diese nicht unbedingt. «Das ist richtig», sagt der bisherige Gemeinderat, «einer von uns wird wohl über die Klinge springen müssen.» Es sei heikel, wenn er sich dazu konkret äussere. Aber er gehe doch davon aus, dass er als Bisheriger mit acht Jahren Erfahrung und als Wohler Ortsbürger, der sein ganzes Leben in Wohlen verbracht habe, einen Vorteil gegenüber seinem Gegenkandidaten habe. Doch: «Entscheiden wird das Stimmvolk. Und das ist richtig so.»

Klima deutlich ruhiger geworden

In seiner bisherigen Amtszeit habe es stets Hochs und Tiefs gegeben. Die letzten zwei Jahre seien jedoch in jeder Beziehung sehr anforderungsreich gewesen. Inzwischen sei das politische Klima deutlich ruhiger geworden, vor allem auch im Einwohnerrat spüre man, dass «gewisse Exponenten» nicht mehr dabei seien.

Bruno Breitschmid findet, man gehe heute im Einwohnerrat und im Gemeinderat mehr aufeinander zu, der Dialog sei insgesamt besser geworden: «Es braucht intensive und manchmal auch harte Diskussionen, um zu guten Resultaten zu kommen. Doch die Diskussionen müssen fair und von gegenseitigem Respekt geprägt sein. Das ist heute der Fall.»

Die neue Führungsstruktur der Verwaltung werde sich bestimmt ebenfalls positiv auswirken: «Es wird für den Gemeinderat nicht weniger Arbeit geben. Aber wir können uns mehr auf strategische Aufgaben konzentrieren.»