Hermetschwil-Staffeln

Bremgarter Stadtteil bangt um sein Dorfleben

Hermetschwil-Staffeln bang um das Dorfleben

Hermetschwil-Staffeln bang um das Dorfleben

Der Dorfladen in Hermetschwil-Staffeln ist vorläufig geschlossen. Die Bevölkerung ist sich bewusst, dass es nicht einfach wird, eine neue Lösung zu finden.

Hermetschwil-Staffeln, das seit letztem Jahr zu Bremgarten gehört, bangt um sein Zentrum. Der Dorfladen mit Postagentur und Bistro war ein Treffpunkt für die Dorfbevölkerung – die Türen sind seit gestern geschlossen. Dass das die Bevölkerung nicht kalt lässt, zeigte der grosse Aufmarsch: Rund 140 Leute kamen an die Infoveranstaltung; an der letzten Hermetschwiler Gemeindeversammlung waren es nur 49.

Laden oder «nur» Dorfzentrum?

«Hermetschwil ist einfach zu klein für einen eigenen Laden», sagt einer der Versammlungsteilnehmer offen und ehrlich. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keinen Laden, keine Postagentur, kein Bistro mehr geben soll», so ein anderer. «Ich appelliere an die Hausbesitzer, die Liegenschaften sind mehr wert, wenn es im Dorf eine Einkaufsmöglichkeit gibt. Der Einsatz lohnt sich.»

Andere plädierten für eine Pizzeria oder einen Mittagstisch. Obwohl sich nicht alle darüber einig waren, ob es sinnvoll ist, eine Einkaufsmöglichkeit zu erhalten, zeigten die Teilnehmer Verständnis, dass es nicht mehr im gleichen Stil weitergehen konnte. Die Elek-tra, die an der GV 2009 beschlossen hat, das Gebäude zu kaufen, musste «einen Schnitt machen», wie Präsident Markus Wey erklärte.

«Wir haben verschiedene Kassen und können den Laden nicht durch den Strom quersubventionieren», machte er klar. «Er muss nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden.»

Konkret bedeutet das: ein Jahresumsatz von einer Million Franken. Nur so könnten die Lohn- und Betriebskosten mit dem Gewinn ausgeglichen werden. Mit dem bisherigen Ladenbetreiber war dies offenbar nicht möglich.

Eine Option, die eifrig diskutiert wurde, wäre eine Genossenschaft, wie Harald Ronge vom Forum Hermetschwil darlegte: «Neben dem erforderlichen Umsatz und einer Kapitaleinlage bräuchte es aber immer noch zwingend einen erfahrenen Ladenbetreiber und einen engagierten Vorstand, damit das Ganze funktioniert.» Er habe auch keine fixfertige Lösung parat, machte Ronge klar. «Weder das Forum noch die Elektra haben die Absicht, selbst den Dorfladen zu betreiben.» Dass dieser erhaltenswert sei, sei für ihn klar, die Frage sei nur, zu welchem Preis.

Wie es weitergeht, ist unklar

Für die Elektra gibt es drei Möglichkeiten: Vermieten, Verkaufen, oder eine Teilvermietung resp. ein Teilverkauf.

Wie es nun weitergeht, ist nicht klar. Ideen, wie das Gebäude genutzt werden könnte, eventuell auch ohne Dorfladen, sind vorhanden. Es fehlt an einer Person, die in die Bresche springen möchte. Die Post, die ebenfalls mit zwei Vertretern an der Versammlung teilgenommen hat, bekundete ihr Interesse, bald wieder eine Postagentur in Hermetschwil zu betreiben. Pakete, die der Pöstler nicht deponieren kann, müssen von nun an im Denner in Bremgarten West abgeholt werden. Was vorläufig bleibt, ist der Bancomat – solange die Sicherheit gewährleistet ist.

Markus Wey brachte die Situation auf den Punkt: «Wenn ein Dorfladen funktionieren soll, dann liegt es an jedem Einzelnen.»

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