Bremgarten

Bremgarter Neujahrsblätter präsentieren schöne Auswahl von Geschichten

Ausschnitte aus den Bremgarter Neujahrsblättern.

Ausschnitte aus den Bremgarter Neujahrsblättern.

Die neuen Bremgarter Neujahrsblätter kommen als klassisches Erinnerungsbuch daher. Darin trifft man auf Persönlichkeiten, die in Bremgarten bekannt waren.

Der Bremgarter Schriftsteller Silvio Bircher hat recht, wenn er im Vorwort zu den Bremgarter Neujahrsblättern 2014 Erich Kästner zitiert: «Die Erinnerung ist eine mysteriöse Macht und bildet die Menschen um. Wer das, was schön war, vergisst, wird böse, wer das, was schlimm war, vergisst, wird dumm.»

Die Neujahrsblätter, wiederum grafisch schön gestaltet vom einheimischen Grafiker Willy Müller, kommen als klassisches Erinnerungsbuch daher.

Man kann darin herumblättern und trifft auf Schritt und Tritt auf Persönlichkeiten, die in Bremgarten bekannt waren, zum Teil schon vergessen sind oder an die sich einige Leser noch erinnern mögen, weil sie oder selbst oder ihre Eltern diese noch gekannt haben.

Kadett begegnet Augustin Keller

Einer dieser Figuren ist der Kadettentambour Silvan Gehrig (1854-1927) aus Berikon. Er erzählt einem Schulfreund in einem Brief über einen besonderen Tag: über das Kadettentreffen in Zofingen, an dem er 1869 als fünfzehnjähriger Bezirksschüler teilnehmen durfte.

An diesem Treffen begegnete Silvan Gehrig von weitem dem Aargauer Erziehungsdirektor Augustin Keller, der 1841 als Klosterstürmer bekannt geworden war.

Keller legte den Kadetten nach Gehrigs Worten «des Lebens Ernst und Bedeutung und die Bedeutung des vaterländischen Wehrwillens» ans Herz – Worte, die den pensionierten Bremgarter Lehrer Heinz Koch an die eigene Zeit im inzwischen längst aufgehobenen Kadettenkorps erinnern.

Warm ums Herz dürfte es den Lesern ebenfalls werden, wenn sie in den Jugenderinnerungen von Emil Hüsser (1906–2003), von Karl Staubli (geboren 1924) und Marlis Strahm-Honegger (geboren 1929), heute in Basel wohnhaft, an das Bremgarten von damals blättern.

Mit dem pensionierten Bäckermeister Peter Brumann darf man durch die Marktgasse wandern und begegnet so manchen Menschen und Häusern.

Der ehemalige Genieoffizier Urs M. Schmassmann betrachtet das Städtchen aus seiner persönlichen militärischen Sicht.

Ein Bräutigam auf der Flucht

Der Bremgarter Architekt Othmar Schaufelbühl erinnert an die inzwischen abgebrochene Villa Honegger.

Um die Seidenweberfamilie Honegger rankte sich eine Tragödie, die der Historiker Fridolin Kurmann spannend erzählt: Die Geschichte dreht sich um die Alice Honegger, die betuchte Tochter des Seidenwebers.

Sie heiratete 1904 den Schaffhauser Erich Hans Ormund Bringolf, der nun mit seinem geerbten Vermögen ganz und gar nicht umgehen konnte und seine junge Ehefrau vor der Flucht seiner Schuldner verliess.

Nach einer Irrfahrt starb Bringolf 1951 verarmt in Hallau. Seine Barschaft belief sich auf ganze 2.75 Franken.

Erfolgreicher als Bringolf, auf jeden Fall lange Zeit, gestaltete der aus Bremgarten stammende Variétékünstler Engelbert Meier sein Leben.

Er trat unter dem Künstlernamen «Merian» mit seinem Hundezirkus an vielen berühmten Plätzen dieser Welt auf und verdiente dabei phasenweise viel Geld, bis auch ihn die Zeit überrollte.

Das Variété kam aus der Mode. Merian verlor, nicht nur einmal, das ganze Vermögen, rappelte sich wieder auf und musste seinen Beruf schliesslich resigniert aufgeben.

Mehrmals gastierte Merian in Amerika, dort, wo ein Zweig der Bremgarter Familie Schaufelbühl lebt.

Walter-Karl Walde spürte den Schaufelbühls nach, die es aus Abenteuerlust ins gelobte Land der Freiheit und des schnellen Aufstiegs lockte.

Die Bremgarter Neujahrsblätter mit der traditionellen Jahreschronik sind erhältlich in Bremgarten beim Buch-Shopping (Sunnemärt), im Tea Shop & Lounge (Marktgasse 27) und bei der Stadtkanzlei.

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