Bremgarten

Bremgartens Stadtammann und sein Vorgänger im Clinch

Meinungsverschiedenheit: Ex-Stadtammann Peter Hausherr (links) und Stadtammann Raymond Tellenbach. sl

Meinungsverschiedenheit: Ex-Stadtammann Peter Hausherr (links) und Stadtammann Raymond Tellenbach. sl

An der Ortsbürgerversammlung im Zeughaussaal Bremgarten prallten die Meinungen hart aufeinander. Der Schlussbericht «Zukunft der Ortsbürgergemeinde» erregt Gemüter im Zeughaussaal.

Im Mittelpunkt der Debatte standen die Fragen: Soll der Schlussbericht der Arbeitsgruppe «Zukunft Ortsbürgergemeinde», der im Rahmen der Abklärungen zur Gemeindefusion Bremgarten/Hermetschwil-Staffeln zusammengestellt worden war und 28000 Franken gekostet hatte, veröffentlicht werden oder nicht? Und welche Folgen hätte die Einsetzung einer Ortsbürgerkommission, die im Bericht empfohlen wird?

«Unnötig und wenig sinnvoll»

«Stadtrat und Ortsbürger-Finanzkommission halten eine Veröffentlichung des Berichts und eine Diskussion darüber für unnötig», erläuterte Stadtammann Raymond Tellenbach. Der Kernpunkt des Berichts, die Ernennung einer Ortsbürgerkommission, sei nicht zweckmässig und würde zudem einen Mehraufwand auslösen. Nebst der Ortsbürger-Finanzkommission brauche es keine zusätzliche Ortsbürgerkommission.

Ähnlich argumentierte Patrik Nauer, der Präsident der Ortsbürger-Finanzkommission. Das bisherige Modell bewähre sich, die Finanzkommission bestimme den Kurs der Ortsbürgergemeinde massgeblich mit. «Es macht wenig Sinn, die Finanzkommission zu einem Rechnungsprüfungsgremium zu degradieren und stattdessen eine Ortsbürgerkommission zu installieren.» Dadurch würde der direkte Einfluss der Ortsbürger auf die Geschicke der Ortsbürgergemeinde geschwächt. Denn die Ortsgemeindeversammlung wähle jeweils die Angehörigen der Finanzkommission, während die Mitglieder einer Ortsbürgerkommission durch den Stadtrat gewählt würden.

«Nicht unter Teppich kehren»

Ex-Stadtammann Peter Hausherr beharrte lautstark auf der Veröffentlichung des Schlussberichts. Dieser Bericht dürfe nicht unter den Teppich gekehrt werden, man dürfe ihn den Bürgern nicht vorenthalten. «Die Ortsbürgerversammlung soll dann entscheiden, ob es eine neue politische Struktur in Form einer Ortsbürgerkommission braucht oder nicht. Einzig die Versammlung soll das entscheiden, nicht der Stadtrat und auch nicht die Finanzkommission.»

Hausherr stellte einen Überweisungsantrag. Er schlug vor, den Schlussbericht im «Büechli» der Ortsbürgerversammlung vom 4. Dezember abzudrucken. Der Antrag kam bei 28 Ja gegen 23 Nein durch. Die nun lancierte Strukturdiskussion ist das eine, die grosse Vereinigung das andere: Auf Anfang 2014 bilden die 287 stimmberechtigten Bremgarter Ortsbürger und die 70 Hermetschwiler Ortsbürger die erweiterte Ortsbürgergemeinde Bremgarten.

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