Bremgarten/Hermetschwil
Wertvoller Rohstoff im Gebiet Rauestei: So wird der Bodenschatz gehoben

Am Standort des geplanten Kiesabbaus zwischen Bremgarten und Hermetschwil hat eine öffentliche Informationsveranstaltung stattgefunden.

Walter Christen
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Manuel Müller von der Müller Kies AG in Stetten präsentiert das Projekt für den Kiesabbau zwischen Bremgarten und Hermetschwil.

Manuel Müller von der Müller Kies AG in Stetten präsentiert das Projekt für den Kiesabbau zwischen Bremgarten und Hermetschwil.

Walter Christen

Es ist ein Bodenschatz von riesigem Ausmass: 2 Millionen Kubikmeter umfasst die 45 Meter tiefe Kiesschicht im Gebiet Raue­stei, zwischen Bremgarten und Hermetschwil gelegen.

Wie der wertvolle Rohstoff für die Bauindustrie in den nächsten 25 Jahren gefördert werden soll, wurde an einer Informationsveranstaltung, an der sich rund 50 Personen beteiligten, vor Ort erklärt.

Während rund 25 Jahren eine Materialabbauzone

«Die Teilzonenplanänderung muss durchgeführt werden, das ist nach Vorgaben des kantonalen Richtplans zwingend», erwähnte der Bremgarter Stadtammann Raymond Tellenbach. Denn der grösste Teil der 7,5 Hektaren, in dem sich die Kiesvorräte befinden, ist aktuell der Landwirtschaftszone zugeteilt und insbesondere auch im Abschnitt Galgenhölzli/Reusshalde (Besitzer: Ortsbürger- und Einwohnergemeinde Bremgarten) bewaldet.

So lange die Ausbeutung des Kieses erfolgt – es wird, inklusive Wiederauffüllung der Kiesgrube mit unverschmutztem Aushubmaterial und Rekultivierung, mit einer Dauer von rund 25 Jahren gerechnet –, so lange muss das ganze Areal der Materialabbauzone zugewiesen werden. Für diese Änderung wird gegenwärtig in Bremgarten die öffentliche Mitwirkung im Rahmen der Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland durchgeführt. «In diesem Mitwirkungsverfahren kann jede Person, auch solche ohne Wohnsitz in Bremgarten, dem Stadtrat noch bis am 7. Dezember schriftlich Hinweise und Vorschläge einreichen», rief der Stadtammann an der Orientierung in Erinnerung.

Am Waldrand bei der Zufahrt zur künftigen Kiesgrube, die sich in der Nähe vom Gasthaus Waldheim bei der Strassenverzweigung Waltenschwiler-/Boswilerstrasse befindet, zeigte Planer Josef Wanner von der ILU (Ingenieure, Landschaftsarchitekten, Umweltfachleute) AG, den Bedarf an Kies auf:

«Es braucht auch in Zukunft Kies, zumal die Reserven im Freiamt allmählich ausgeschöpft sind. Es ist sinnvoll, das hier vorhandene Vorkommen zu nutzen und den Rohstoff nicht von weither in die Region zu holen.»

Wenn alle erforderlichen Planungsschritte erfolgt sind und die Bewilligungen vorliegen, wird damit gerechnet, dass Ende 2023 die ersten Lastwagen mit dem Abtransport von Kies aus der Grube Rauestei beginnen.

Die Materialaufbereitung erfolgt in der Kiesgrube

Die Müller Kies AG, Stetten, will den Kiesabbau auf ihrem Land im Gebiet Rauestei vornehmen. Wie Manuel Müller betonte, sei der Kies sehr hochwertig, aber mit einem er­heblichen Feinanteil durchsetzt. Dies bedinge beim Abbau eine spezielle Aufbereitung, die vor Ort vorgenommen werde. Er stellte die semimobile Anlage vor und erklärte den Prozess der Kies­aufbereitung. Wie Müller auf die entsprechende Frage bestätigte, würden für den Kiesgrubenbetrieb mindestens drei neue Arbeitsplätze geschaffen.

Josef Wanner ging bei der Präsentation auch auf ein Stück Vergangenheit ein und sagte, dass in den 1970er-Jahren auf dem Gelände bereits einmal Kies abgebaut und die Grube dann wieder aufgefüllt wurde. Ausserdem befindet sich auf dem künftigen Abbauareal eine ehemalige offene Kehrichtdeponie, die von etwa 1959 bis 1989 in Betrieb war. Interessant auch seine Erläuterungen zu den verschiedenen Abbau- und Auffülletappen. Dazu Stadtammann Raymond Tellenbach: «Am Schluss sieht es fast wieder so aus, wie heute.»

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