Bremgarten
Sperrgut, Reifen, Dachziegel: Warum die Bremgarter Entsorgungsanlage nicht für Private zugänglich ist

Dank einer automatisierten Anlage können Gewerbetreibende schnell und unkompliziert Abfall entsorgen. Warum die Anlage Privaten nicht zugänglich ist, erklärt Michi Stöckli, Geschäftsleiter bei der Stöckli Transport AG.

Dominic Kobelt
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Michi Stöckli, Geschäftsführer bei der Stöckli AG in Bremgarten.

Michi Stöckli, Geschäftsführer bei der Stöckli AG in Bremgarten.

Dominic Kobelt

Für Private gibt es im Freiamt einige Möglichkeiten, Abfall fachgerecht zu entsorgen, etwa in der Entsorgungsstelle «brings!» in Wohlen oder im Recycling-Paradies in Muri. Für das Gewerbe präsentiert sich die Situation aber anders: Denn jede Fahrt kostet Zeit und Geld, und in vielen Betrieben fällt sehr viel mehr Abfall an als in einem Haushalt.

Als die Firma Felix Stöckli Transporte aus Bremgarten im Jahr 2019 einen Muldenservice einführte und kurz darauf ein Entsorgungswerk auf dem Firmengelände einrichtete, fragten viele Kunden, ob sie auch Abfall anliefern könnten, erzählt Geschäftsleiter Michi Stöckli:

«Unsere Kunden sind unter anderem Kies- und Betonwerke, Tiefbauer, Aushubfirmen, kleine regionale Gewerbebetriebe, Industrie oder Gärtner. Da fällt viel Material an, das sie rasch und einfach entsorgen wollen.»

Von Elektroschrott bis Grüngut

Heute wird so ziemlich alles angeliefert, vom Sperrgut über Aushub, Reifen, Dachziegel, bis zu Elektroschrott, Metall oder Grüngut. «Das sind mehrere tausend Tonnen jährlich», sagt Stöckli. Das Spezielle an der Entsorgungsstelle in Bremgarten: Sie ist automatisiert. Der Kunde fährt mit seinem Fahrzeug auf eine im Boden eingelassene, etwa 3 mal 18 Meter lange Waage, hält den Batch an einen Kasten und kann dann auswählen, welches Material er entsorgen will. Dann fährt er zum Abladeplatz, wo er alles deponieren kann, die Mitarbeiter trennen das Material in die entsprechenden Kategorien. Der Kunde fährt zurück auf die Waage und erhält eine Quittung.

Michi Stöckli zeigt, wie die automatisierte Entsorgungsanlage funktioniert.

Dominic Kobelt

«Wer verschiedenes Material liefert, kann selber entscheiden, ob er mehrmals auf die Waage fährt, oder alles zusammen ablädt und dann die Kategorie ‹Sperrgut vermischt› wählt», erklärt Stöckli. Das sei dann etwas teurer, nämlich 280 Franken pro Tonne, spare aber Zeit. Zum Vergleich: Für eine Tonne Holz werden 200 Franken fällig.

Für Kinder könnte es gefährlich werden

Das Bremgarter Unternehmen recycelt das Material nicht selbst, sondern trennt es nur auf, um es dann an Recyclingunternehmen zu verkaufen – je reiner, desto höher der Preis. Was möglich ist, wird maschinell getrennt, der Rest von Hand.

Das Angebot steht lediglich dem Gewerbe zur Verfügung. Warum dürfen Private hier nicht auch ihren Müll entsorgen? «Dafür sind wir nicht eingerichtet», erklärt Stöckli. «Ein Beispiel: Wenn jemand mit Kindern etwas anliefert und das Kind herumrennt, weil es von den Lastwagen begeistert ist, dann kann das schnell gefährlich werden.» Man habe sich deshalb ganz bewusst dazu entschieden, auf Gewerbekunden zu setzen.

Als Felix Stöckli die Firma 1988 gegründet hat, hat er mit einem einzigen Lastwagen begonnen. Sein Sohn Michi Stöckli ist gelernter Lastwagenmechaniker und hat mehrere Jahre für einen Muldenservice in Zürich in der Disposition gearbeitet. Im Familienunternehmen ist er im selben Aufgabenbereich tätig. «Den Muldenservice und die Entsorgungsstelle haben mein Bruder und ich als Idee eingebracht und aufgezogen. Das ist quasi unser Baby.»

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