Bremgarten

Bremgarten: Ortsbürger setzen weiter auf Immobilien

Zwei Bremgarter Ortsbürger-Liegenschaften: Haus zum oberen Zoll (links) und ehemaliges Zeughausgebäude (rechts). SL

Zwei Bremgarter Ortsbürger-Liegenschaften: Haus zum oberen Zoll (links) und ehemaliges Zeughausgebäude (rechts). SL

Die Bremgarter Finanzkommission der Ortsbürgergemeinde und der Stadtrat wollen die bestehende Strategie fortführen. Die Kompetenzsumme des Stadtrats soll von einer auf 5 Millionen Franken erhöht werden.

Mit Immobilien ist die wohlhabende Ortsbürgergemeinde Bremgarten in den letzten Jahren und Jahrzehnten gut gefahren. Ihre 12 Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungsliegenschaften im Reussstädtchen werfen jährlich rund eine Million Franken ab, dies nach Abzug sämtlicher Unkosten.

Weitere gut 350000 Franken im Jahr resultieren aus Baurechtszinsen für Ortsbürger-Bauland, das man diversen Unternehmen zur Verfügung stellt. Auch die kürzliche Wiederaufnahme der Kiesgewinnung im Wald der Ortsbürgergemeinde zahlt sich aus. Jährlich gut 150000 Franken spülen die Kiesabbaugebühren in die Ortsbürgerkasse.

«Fuchsäcker als Paradebeispiel»

Alles in allem erwirtschaftet die Ortsbürgergemeinde unter dem Strich Jahr für Jahr 1,5 Millionen Franken. Die flüssigen Mittel nehmen zu, das Geld mehrt sich. «Dank der Umsicht früherer Ortsbürger-Generationen ist die Ortsbürgergemeinde sehr gesund», sagt Patrik Nauer, der Präsident der Ortsbürger-Finanzkommission (OFK). Daher soll die bewährte Anlagestrategie, die auf Grundeigentum fusst, in den nächsten Jahren weitergeführt werden.

Als Paradebeispiel für die bewährte Investitionstätigkeit führt Nauer die grosse «Fuchsäcker»-Wohnüberbauung der Ortsbürgergemeinde Bremgarten an: «Diese Wohnsiedlung war einst aus Kiesabbau-Einnahmen finanziert worden.»

Selbstverständlich keinen Gewinn werfen die unbewohnten historischen Objekte der Ortsbürgergemeinde ab, die Bremgarter Türme. «Die alten Bauwerke können wir dank unserer soliden Situation angemessen unterhalten und daneben jährlich rund 175000 Franken für vielerlei kulturelle Zwecke ausgeben», erläutert Patrik Nauer.

5 statt 1 Million Franken

Bei einer vorteilhaften Kaufgelegenheit will die Ortsbürgergemeinde fortan rasch handeln können. Aktuell verfügt der Stadtrat über eine Kompetenzsumme von einer Million Franken, um Grundeigentum für die Ortsbürger zu erwerben. «Diese Summe ist zu tief bemessen», stellten die Finanzkommission der Ortsbürgergemeinde und die Stadtbehörde übereinstimmend fest, «die interessanten Objekte liegen in einer höheren Preisklasse.» Aus diesem Grund soll die Kompetenzsumme des Stadtrats von einer auf 5 Millionen Franken erhöht werden.

Falls die Ortsbürgergemeindeversammlung am 7. Juni grünes Licht dazu gibt, kann die Stadtbehörde künftig bis 5 Millionen je Objekt auslegen, wobei jeder Deal nur in Absprache mit der Ortsbürger-Finanzkommission getätigt wird. Bei einem Nein am 7. Juni bliebe es bei der alten Regelung. Dann bedürften alle Land- und Immobilienkäufe im Betrag von über einer Million Franken der Zustimmung durch die Ortsbürgerversammlung. Weil die Versammlung nur zweimal jährlich tagt, könnte der Ortsbürgergemeinde deswegen das eine oder andere lukrative Geschäft durch die Lappen gehen.

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