Bremgarten
Nach Brand in der Unterstadt von 2020: Halle für Zirkus und Fasnächtler erstrahlt in neuem Glanz

Im März 2020 brannte der Gestellbau in der Unterstadt in Bremgarten. In der kommenden Woche kann das Gebäude wieder bezogen werden. Ein Bremgarter Arbeitsprojekt, der Jugendzirkus Arabas und die Spitelturm-Clique dürfen wieder einziehen. Nur das Holzlager, das gebrannt hat, wurde aus dem Gebäude verbannt.

Melanie Burgener
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Sie sind glücklich über den neuen Gestellbau in der Unterstadt: Raymond Tellenbach (Stadtammann), Marcel Schweri (Bereichsleiter Liegenschaften), Beat Bucher (Projektleiter von Schaufelbühl-Architekten), Theodor Rau (Leiter Arbeitsprojekt Soziale Dienste), Roger Rüegsegger (Inhaber Schaufelbühl-Architekten).

Sie sind glücklich über den neuen Gestellbau in der Unterstadt: Raymond Tellenbach (Stadtammann), Marcel Schweri (Bereichsleiter Liegenschaften), Beat Bucher (Projektleiter von Schaufelbühl-Architekten), Theodor Rau (Leiter Arbeitsprojekt Soziale Dienste), Roger Rüegsegger (Inhaber Schaufelbühl-Architekten).

Melanie Burgener

«Freude herrscht. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie das hier vorher ausgesehen hat», sagt Raymond Tellenbach, während er durch die geräumige Halle schreitet. Der Bremgarter Stadtammann war sichtlich begeistert, als er am Donnerstagmorgen die Ergebnisse der Bauarbeiten am Gestellbau zum ersten Mal in Augenschein nehmen konnte.

Vor einem Jahr noch waren die Wände in den Räumen beim St. Klara-Kloster in der Unterstadt Bremgartens russig, das Inventar zum Grossteil zerstört und in der Luft hing ein penetranter Rauchgestank. Verantwortlich für diesen Schaden war ein Feuer, das am Abend des 2. März 2020 ausgebrochen war. Ein technischer Defekt hatte damals für einen Kurzschluss gesorgt, der zusammen mit dem in der Halle gelagertem Holz einen Schwelbrand auslöste, der sich aufs ganze Gebäude ausweitete.

Das Gebäude entspricht nun modernen Standards

Doch nun erstrahlt der Gestellbau, wie er es seit gut 40 Jahren nicht getan hat. Denn mit den Bauarbeiten, die termingerecht in der vergangenen Woche abgeschlossen werden konnten, wurden nicht nur die vom Feuer verursachten Schäden behoben. Marcel Schweri, Bereichsleiter Liegenschaften der Stadt Bremgarten, erklärte:

«Wir haben das ganze Gebäude wieder den neusten Standards angepasst.»

Beispielsweise seien Isolation und Fenster erneuert worden. Auch die WC-Anlagen wurden renoviert, die Stromanschlüsse ersetzt und das Gebäude an den Wärmeverbund angeschlossen.

Isolation und Fenster wurden komplett erneuert.

Isolation und Fenster wurden komplett erneuert.

Melanie Burgener

Wann der Gestellbau zum letzten Mal saniert worden war, sei aus den Akten im Archiv nicht ersichtlich, erklärt Marcel Schweri. Wahrscheinlich seien seither aber etwa 30 bis 50 Jahre vergangen.

Bei den Arbeiten musste darauf geachtet werden, dass Russ und Rauch korrekt entfernt wurden. Roger Rüegsegger, Inhaber und Geschäftsleiter der Schaufelbühl-Architekten GmbH in Bremgarten, erklärte:

«Nach einem Brand reicht es nicht, die Wände neu zu streichen. Wir mussten den Verputz abschleifen und die Deckenelemente herunternehmen, damit der Gestank verschwindet.»

Ausserdem steht der Gestellbau unter Denkmalschutz, weshalb die Arbeiten in Absprache mit der Denkmalpflege passieren mussten.

Ein Bild vom Brand vor gut einem Jahr.

Ein Bild vom Brand vor gut einem Jahr.

zvg/Kapo Aargau (2.3.2020)

Arbeitsprojekt ist auf den Gestellbau angewiesen

Die Arbeiten seien gelungen, nun könne wieder Leben in den Gestellbau einziehen, so Rüegsegger. Der Nutzen des Gebäudes bleibe der gleiche. «Für uns war von Anfang an klar, dass diese Räumlichkeiten wieder wie vor dem Feuer benützt werdend sollen», so Marcel Schweri.

Das freut besonders Theodor Rau vom Arbeitsprojekt Soziale Dienste der Stadt Bremgarten. Unter seiner Leitung werden hier Menschen bei der Wiedereingliederung ins Berufsleben unterstützt. «Gerade für Personen, die nicht den ganzen Tag über draussen arbeiten können, ist die Halle hier sehr wichtig», so Rau. Sie wird zudem vom Zirkus Arabas als Trainingsraum und von der Schpitelturm-Clique als Maskenraum verwendet. Nur das Holz des Arbeitsprojektes darf nun, nach dem Brand, nicht mehr im Innern des Gebäudes gelagert werden.

Die Halle bietet nun wieder Platz für den Zirkus Arabas, die Spitelturm-Clique und das stadteigene Arbeitsprojekt.

Die Halle bietet nun wieder Platz für den Zirkus Arabas, die Spitelturm-Clique und das stadteigene Arbeitsprojekt.

Melanie Burgener

Rund eine halbe Million Franken hat die Renovierung gekostet. Tellenbach hielt fest:

«Damit konnten wir etwas Gefreutes schaffen.»

Die Kosten werden so aufgeteilt, dass die Aargauische Gebäudeversicherung für rund 360'000 Franken aufkommt. Der Rest wird von der Ortsbürgergemeinde finanziert. «Der Gestellbau wird für einen Lebensabschnitt von sicher 25 Jahren bestehen», ist Rüegsegger zuversichtlich.