Bremgarten
Konferenzraum mit Rundblick: Stiftung St.Josef saniert bis 2023 den Zentralbau

Die Stiftung St.Josef will ihren Zentralbau für 38 Mio. Franken umbauen. Während der zwei Jahre dauernden Bauzeit sind Klienten und Personal gefordert: Sie ziehen vorübergehend in verschiedene Provisorien um. Die Fertigstellung ist im Spätherbst 2023 vorgesehen.

Nathalie Wolgensinger
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Nebst einer umfangreichen Gebäudesanierung wird die Fassade des Zentralbaus begrünt.

Nebst einer umfangreichen Gebäudesanierung wird die Fassade des Zentralbaus begrünt.

zvg

Die Investitionssumme von stolzen 38 Mio. Franken lässt erahnen, wie umfangreich und grundlegend die Arbeiten sind, welche die Stiftung St.Josef an ihrem Zentralbau anstrebt. Stiftungsleiter Thomas Bopp betonte an der Pressekonferenz am Montagmorgen:

«Wir wollen einen Zentralbau, der Leuchtturm-Charakter hat und der auch vom Umfeld der Stiftung benutzt werden kann.»

Das 46 Jahre alte Gebäude wird nicht nur saniert und erweitert, im obersten Stockwerk soll zudem ein Konferenz- und Seminarbereich entstehen. Dort oben, im siebten Stock, geniesst man einen fantastischen Ausblick auf die Skyline der Stadt Bremgarten. Geeignete Räumlichkeiten für Meetings oder Weiterbildungen zu finden, sei nicht einfach, so Bopp. Mit diesem Angebot will die Stiftung eine Lücke schliessen.

2021: Die Baugespanne zeigen auf, wo der Anbau zu stehen kommt.

2021: Die Baugespanne zeigen auf, wo der Anbau zu stehen kommt.

Nathalie Wolgensinger
2023: Der Zentralbau von der Badstrasse aus gesehen: Das Restaurant JoJo erhält einen Anbau (unten rechts).

2023: Der Zentralbau von der Badstrasse aus gesehen: Das Restaurant JoJo erhält einen Anbau (unten rechts).

Visualisierung

Sieben Jahren lang geplant und analysiert

Zwar prüfe die Stadt derzeit noch das Baugesuch, so Bopp, doch er sei zuversichtlich, dass man im Spätherbst grünes Licht für die Umsetzung erhalten werde und die rund zwei Jahre dauernde Bauzeit starten könne.

Die Notwendigkeit der Arbeiten könne kaum in Abrede gestellt werden. Denn während der vergangenen 46 Jahre wurden keine nennenswerten Sanierungsarbeiten ausgeführt. Entsprechend gross ist der Handlungsbedarf.

Dies zeigte Architekt Peter Trost von der Batimo AG anschaulich auf. Er hatte die anspruchsvolle Aufgabe, die Räume des markanten Gebäudes, das nebst der heilpädagogischen Schule auch Restaurant, Tagesstätte für erwachsene Klienten, Ergotherapie, Wäscherei, Empfang und Wohngruppen beherbergt, an die aktuellen Bedürfnisse anzupassen.

Die Projektgruppe Umbau Zentralbau beugte sich erstmals vor sechs Jahren über die Baupläne. Nachdem nun Bedarfsplanung und Umfeldanalyse erstellt und das Siegerprojekt erkoren wurden, präsentierten Bopp und seine Mitstreiter voller Stolz ihre Pläne, die sie als Jahrhundertbauwerk bezeichnen.

Es braucht dreissig Konzepte

Die augenfälligste Veränderung ist die Fassadenbegrünung, sie sorgt nicht nur für ein angenehmes Klima, sondern wird dem Gebäude einen neuen Look verpassen. Nach dem Umbau wird das Gebäude den Minergie-Standart erfüllen.

Auf das Dach kommt eine Photovoltaikanlage und sämtliche Hausinstallationen werden ersetzt. Um den aktuellen Normen gerecht zu werden, sind neue Grundrisse nötig. Um den damit verbundenen Platzbedarf erfüllen zu können, ist für die vier obersten Stockwerke auf der nordwestlichen Seite des Gebäudes ein Laubengang geplant. Er erschliesst die einzelnen Wohngruppen und Wohnungen.

Die Nutzung der Stockwerke wird beibehalten, Küche und Wäscherei sollen jedoch erweitert werden. Das Restaurant erhält auf der Südwestseite eine gedeckte Fläche und damit 25 Sitzplätze mehr. Der Eingangsbereich wird ebenfalls grosszügig gestaltet und erhält zusätzlich ein Foyer.

Sie verantworten die Bauarbeiten am Zentralbau: Architekt Peter Trost (Batimo AG), Stiftungsleiter Thomas Bopp und Bauherrenvertreter Yves Siegrist (von links).

Sie verantworten die Bauarbeiten am Zentralbau: Architekt Peter Trost (Batimo AG), Stiftungsleiter Thomas Bopp und Bauherrenvertreter Yves Siegrist (von links).

Nathalie Wolgensinger

Wie umfangreich die Planungsarbeiten sind, zeigt die Tatsache auf, dass für jedes Stockwerk eigene Konzepte erarbeitet werden mussten. Es sind dreissig an der Zahl.

Der Umzug wird eine Herausforderung

Sobald die Bauarbeiten starten, muss die Heilpädagogische Schule, die Tagesstätte des Erwachsenenbereichs, die Ökonomie, die Gastronomie sowie Teile der Physiotherapie und der Administration zügeln. Die Planung der vorübergehenden Provisorien war nicht ohne. Dass es gelang, für alle Abteilungen eine interne Lösung zu finden, freut Bopp. Er sagt: «Das spart uns viel Geld ein, das wir in Provisorien hätten investieren müssen.»

Die heilpädagogische Schule bezieht die Büroräumlichkeiten, die Administration kommt ins Personalhaus. Damit die Klienten, die Mitarbeitenden und die Gäste des Restaurants weiterhin verpflegt werden können, zieht die Küche in die Mehrzweckhalle um, wo auch das Gastroprovisorium eingerichtet wird. Die Wäsche wird im Kapuzinerhaus gewaschen, und geturnt wird im Reussbrückesaal. Die Tagesstätte schliesslich kann in das ehemalige Klubhaus der portugiesischen Gemeinschaft ziehen. Im Jahr 2023 zieht man wieder zurück, dann aber in komplett neue Räume.