Bremgarten
Klosterkirche wird 400 Jahre alt: St.-Josef-Stiftung macht Geschichte in der Jubiläumswoche greifbar

Die St.-Josef-Stiftung Bremgarten feiert das 400-jährige Bestehen der Klosterkirche im November mit einer Jubiläumswoche mit verschiedenen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit.

Marc Ribolla
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Die Kapuzinerkirche und das Kloster St.Josef in Bremgarten.

Die Kapuzinerkirche und das Kloster St.Josef in Bremgarten.

Marc Ribolla

Knapp fünf Jahre nach dem letzten grossen Volksfest mit dem Bezug des Neubaus «Haus Fortuna» bereitet sich die Stiftung St.Josef in Bremgarten auf einen neuerlichen Höhepunkt vor. Das Motto: «Josef schreibt Geschichte: 400 Jahre Kapuzinerkirche». Geplant ist eine ausführliche Jubiläumswoche vom 8. bis 14. November.

Manch einer dürfte sich fragen, weshalb die Feierlichkeiten erst so spät im Jahr angesetzt wurden. Die Antwort liefert Stiftungsleiter und OK-Präsident Thomas Bopp: «Es ist historisch überliefert, dass die Kirche am 8. November 1621 eingeweiht wurde. Wir wollten möglichst dieses Datum auch fürs Jubiläum nutzen.»

Die Kirche und das angrenzende ehemalige Klösterli seien quasi das Herz der Stiftung, so Bopp. Diese zentralen Elemente würden auch weitherum so wahrgenommen. Das Ziel der Jubiläumsfeierlichkeiten ist, dass sowohl die Klientinnen und Klienten, die Mitarbeitenden und die Öffentlichkeit in die Aktivitäten eingebunden sind. In der Stiftung St.Josef werden rund 180 Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung in der Heilpädagogischen Schule, auf einzelnen Wohngruppen oder in der Tagesstätte betreut.

Ein Teil des OK von «400 Jahre Klosterkirche» (von links) : Klaus Pistora (Leiter Wohnen Erwachsene), Susanne Konrad (Mitarbeiterin Administration) und Thomas Bopp (Stiftungsleiter, OK-Präsident).

Ein Teil des OK von «400 Jahre Klosterkirche» (von links) : Klaus Pistora (Leiter Wohnen Erwachsene), Susanne Konrad (Mitarbeiterin Administration) und Thomas Bopp (Stiftungsleiter, OK-Präsident).

Marc Ribolla

Seit Februar 2020 beschäftigt sich ein achtköpfiges OK mit den Vorbereitungen auf das 400-Jahr-Jubiläum der Kapuzinerkirche. Während der Festwoche gibt es ausser Donnerstag jeden Abend eine spezifische Veranstaltung.

Wichtige Fixpunkte sind einerseits ein Atelier im Reussbrücke-Saal sowie eine Bilderausstellung im Kreuzgang des Klösterlis. Klaus Pistora (Leiter Wohnen Erwachsene) ist für die Gestaltung des Ateliers verantwortlich. Sie umfassen die drei Epochen: Kapuziner (1621-1841), Von der Depression zum Aufbruch (1841-1889) und Ingenbohler Schwestern (1889-1987). Er sagt:

«Es soll eine erlebbare Ausstellung geben mit Stationen, die zum Mitmachen, Ausprobieren und Gestalten anregen.»

Man möchte die eher abstrakten drei Epochenbezeichnungen konkret greifbar machen. «Die Ateliers sollen ein niederschwelliges Angebot für die Klienten mit einer kognitiven Beeinträchtigung sein», sagt Pistora. Als Beispiel erwähnt er den Nachbau einer Klosterzelle, wo man zum Beispiel einen Laubsack füllen kann. Diese verwendete man früher als Schlafunterlage.

Podiumsgespräch, Offenes Singen und Erzählnacht

In der Bilderausstellung werden den Besuchern Informationen über die seelsorgerische Arbeit der Kapuziner, das grosse Wirken der Ingenbohler Schwestern, eine Präsentation des sozial- und heilpädagogischen Auftrags der Stiftung oder Wissenswertes über den Umbau des Zentralbaus vermittelt. Atelier und Ausstellung werden von Montagabend bis Sonntagmorgen täglich zugänglich sein.

Abendliche Schwerpunkte des Programms werden ein Podiumsgespräch zum Thema «Wie wichtig sind Religion und Rituale für Menschen mit Beeinträchtigungen?», ein Offenes Singen unter Leitung von Julia Frischknecht oder die Erzählnacht in der Kirche sein. Vorgesehen sind auch neun Führungen durch die Ausstellung unter der Ägide von Dr. Max Stierlin (Historiker und ehemaliger Stiftungsrat).

Blick in die Kapuzinerkirche St.Josef in Bremgarten, die 1621 eingeweiht wurde.

Blick in die Kapuzinerkirche St.Josef in Bremgarten, die 1621 eingeweiht wurde.

Marc Ribolla

Am Samstagnachmittag finden in der Kapuzinerkirche hintereinander drei Konzerte statt. Beteiligt sind Anton Meier (Orgel), Eliane Koradi (Harfe) und Jure Cerkovnik (klassische Gitarre). Thomas Bopp meint dazu: «Die Kapuzinerkirche ist auch akustisch top als Konzerthaus. Ich bin gespannt.»

Abgerundet wird die Jubiläumswoche der Stiftung St.Josef am 14. November mit einem Festgottesdienst und einem Festakt. Die Messe wird dabei der Provinzial des Schweizer Kapuzinerordens, Josef Haselbach, halten.

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