Bremgarten
«Ich habe nur Fragezeichen für diesen Entscheid»: GLP-Schmid kritisiert Stadtrat für Pfingstmarkt-Durchführung

Der Bremgarter Stadtrat erlaubt die Durchführung des traditionellen Pfingstmarkts am 24. Mai, der rund 20'000 Besucher anziehen könnte. Angesichts der Pandemielage hat Bremgartens GLP-Co-Präsident Sandro Schmid aber wenig Verständnis für einen solchen Grossanlass.

Marc Ribolla
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Der bisher letzte Pfingstmarkt 2019, fotografiert von einem Dachfenster in der Bremgarter Altstadt.

Der bisher letzte Pfingstmarkt 2019, fotografiert von einem Dachfenster in der Bremgarter Altstadt.

Dominic Kobelt (10. Juni 2019)

Für den Bremgarter Stadtrat steht fest: Nach einem Jahr Unterbruch wegen des Lockdown soll der Pfingstmarkt heuer am 24. Mai wieder stattfinden können. Die positiven Erfahrungen mit dem strengen Schutzkonzept und der Maskenpflicht vom vergangenen Herbstmarkt würden zeigen, dass ein Markt auch in Pandemiezeiten möglich sei. Normalerweise zieht der Pfingstmarkt in der Altstadt rund 20'000 Personen an.

Eine mögliche Besucherzahl in dieser Grössenordnung bereitet dem Bremgarter GLP-Co-Präsidenten und ehemaligem Stadtratskandidaten Sandro Schmid Kopfzerbrechen. Er sieht die Durchführung des Pfingtsmärts skeptisch. Schmid erklärt: «Ich habe nur Fragezeichen für diesen Entscheid. Seit Wochen wird uns klar gemacht, dass wir nur wenige Personen treffen sollen.»

Besucherzahl ist an Märkten nicht begrenzt

Das Schutzkonzept allein ist in seinen Augen nicht ausreichend. Schmid argumentiert aus Sicht von speziell betroffenen Branchen und sagt:

«Ein Schutzkonzept welches besagt, Abstand zu wahren und Maske zu tragen. Ja, wenn es doch so simpel ist, wieso macht es die Gastronomie nicht? Wieso macht es die Veranstaltungsbranche nicht?»
Sandro Schmid (Co-Präsident der GLP Bremgarten)

Sandro Schmid (Co-Präsident der GLP Bremgarten)

zvg

Besonders ironisch findet der Bremgarter, dass die Stadt monatelang Plakate in der Stadt platziert gehabt hat, die zur Kontaktreduzierung aufriefen.

Der Pfingstmarkt sei an sich eine grossartige Sache und der Einstieg in die Normalität solle auch schrittweise erfolgen. «Jedoch dürfen so viele Personen nach Bremgarten reisen wie nur menschenmöglich ist, Demonstrationen mit 4000 Personen sind dann aber wieder kritisch und werden immer aufgelöst», vergleicht Schmid. Er meint weiter: «Es ist ja löblich, was unser Stadtrat im Schilde führt und ich finde es schön, versucht man die Normalität wieder ins Städtchen zu holen, aber direkt mit einem Märt? Können wir nicht einfach mit kleinen Dingen beginnen?»

Der Stadtrat verstehe die geschilderten Bedenken, teilt Stadtammann Raymond Tellenbach der AZ mit. «Er ist jedoch der Meinung, dass die Besucher des Pfingstmarkts zum überwiegenden Teil oder 99,5% vernünftige, eigenverantwortliche Menschen sind, die die Risiken kennen und sich entsprechend schützen respektive verhalten», so Tellenbach.

Dies habe sich klar gezeigt am letzten Herbstmarkt, und Kontakte seien, wenn überhaupt, von kurzer Dauer. Der Stadtammann erklärt auch:

«Der Einwegverkehr grenzt das Begegnungsrisiko weiter ein, und über alles gesehen herrscht die Maskenpflicht.»