Bezirk Bremgarten
Bremgarten hat die erste Frau im Feuerwehr-Vorstand

Nach 62 Generalversammlungen des Feuerwehr-Bezirksverbandes Bremgarten ist mit Martina Bereuter erstmals eine Frau im Vorstand vertreten. Die Suche nach dieser Lösung war alles andere als einfach.

Tim Honegger
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André Koller gratuliert der frisch gewählten Martina Bereuter. th

André Koller gratuliert der frisch gewählten Martina Bereuter. th

Dem Feuerwehr-Bezirksverband Bremgarten geht es prächtig: Der Verband steht in den schwarzen Zahlen, über die Mitgliederzahl lässt sich nicht klagen und die Chemie unter den
15 Feuerwehren stimmt. Nur etwas trübte die Stimmung des Präsiden-ten André Koller: Für den abtretenden Aktuar Franz Wiederkehr musste eine Nachfolge gefunden werden. Die Erlösung kam nach quälend langer neunmonatiger Suche – von unerwarteter Seite.

Keine hohe Position erforderlich

Die Feuerwehrfrau Martina Bereuter erklärte sich bereit, den Job zu übernehmen und wurde an der Generalversammlung einstimmig ins Gremium gewählt. Sie ist seit knapp zehn Jahren Mitglied in der Feuerwehr Rietenberg und arbeitet dort als Kassiererin bei den Maschinisten. «Zunächst hatte ich Hemmungen,für diesen Posten zu kandidieren», gesteht sie. Dies aber nicht etwa wegen ihrem Geschlecht, sondern weil sie im Gegensatz zu den anderen Vorstandsmitgliedern keine hohe Position in der Feuerwehr hat.

Präsident Koller ist das herzlich egal: «Es muss wirklich nicht jedes Vorstandsmitglied ein Kommandant sein», erklärte er und beglückwünschte die frisch gewählte Aktuarin. Er hofft, dass ihre Courage Signalwirkung hat – insbesondere im Hinblick auf das Jahr 2014. Denn dann wird erneut ein Posten im Vorstand des Feuerwehrverbands frei und im Kandidatenkarussell ist weit und breit niemand zu sehen.

Mehr Geld, weniger Einsätze

Nun, da der Feuerwehr-Verband diese Hürde gemeistert hat, kann er auf ruhigere Zeiten blicken. Er beherbergt aktuell knapp 1000 Feuerwehrmänner und –frauen in 15 Vereinen. Vom Mitgliederschwund, unter dem die meisten Freiwilligenvereine leiden, ist beim FVB somit kaum etwas zu spüren. Auch finanziell hat der Verband wenige Sorgen: Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der FVB einen leichten Überschuss von 180 Franken.

Dies, obwohl für das Vereinsjahr ein Verlust von über 1300 Franken prognostiziert worden war. Abgerundet wird das Bild eines reibungslos funktionierenden Verbandes durch die beliebten Vereinsanlässe: Die Jahresreise und die Einführungskurse haben ihre Kapazitätsgrenzen unlängst erreicht.

So ist es kaum erstaunlich, dass die Generalversammlung gänzlich ohne kontroverse Diskussionen über die Bühne ging. Diese Harmonie im Feuerwehr-Verband wäre fast schon langweilig, wenn es bei der Aktivität nicht um Leben und Tod ginge. Doch selbst die Anzahl der Einsätze ging im letzten Jahr leicht zurück. «Es gibt die Tendenz, dass wir weniger ausrücken müssen», bestätigt Koller. Das sei wohl auf die effiziente Unfall- und Brandprävention zurückzuführen, vermutet er. So haben sich die Feuerwehrleute an der GV einen gemütlichen Abend redlich verdient.