Bremgarten
Grünliberale möchten Reussstädtchen zur «Energiestadt» machen

Die Bremgarter Grünliberalen beantragen der Sommer-Gemeindeversammlung vom 10. Juni, dass der Stadtrat den Beitritt zum Trägerverein «Energiestadt» prüft. Sollte die «Gmeind» den Antrag gutheissen, würde an der Winter-Gmeind darüber befunden.

Marc Ribolla
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Bremgarten soll das Label «Energiestadt» erhalten, wenn es nach dem Willen der GLP geht.

Bremgarten soll das Label «Energiestadt» erhalten, wenn es nach dem Willen der GLP geht.

Marc Ribolla (9.3.2021)

Für die grünliberale Partei GLP ist das Thema Umwelt in ihrem Programm zentral. Auch die Bremgarter Ortspartei ist diesbezüglich stark engagiert. Nun möchte sie erreichen, dass das Reussstädtchen dem Trägerverein «Energiestadt» betritt. Deshalb wird die GLP an der Gmeind vom 10. Juni einen entsprechenden Antrag stellen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Falls die Gemeindeversammlung dem Antrag zustimmt, wird der Stadtrat das Traktandum «Energiestadt» und den Beitritt dazu an der nächsten Winter-Gemeindeversammlung aufnehmen müssen.

Mit dem Label «Energiestadt» werden Gemeinden unabhängig von ihrer Grösse ausgezeichnet, die eine konsequente Energiepolitik verfolgen. Verliehen wird das Prädikat durch eine unabhängige Kommission des Trägervereins. Im Aargau dürfen sich bereits rund 35 Gemeinden Energiestadt nennen. Im Freiamt sind dies Auw, Sins, Besenbüren, Niederwil und Mühlau.

«Weshalb das Rad neu erfinden?»

Die Grünliberalen argumentieren mit dem angestrebten Beitritt Bremgartens nicht nur mit einer fortschrittlichen Klima- und Energiepolitik, sondern auch mit der aktuell vom Stadtrat beantragten Stelle für die Standortförderung. Über diesen sogenannten «City-Manager» wird ebenfalls an der Juni-Gmeind abgestimmt. Dominik Peter, Co-Präsident der GLP Bremgarten und Grossrat, sagt:

«Der Stadtrat will mit seiner neuen Stelle den Wohn- und Wirtschaftsstandort fördern. Weshalb soll diese Person das Rad neu erfinden, wenn es bereits ein riesen Netzwerk, gute Vorlagen und eine Vielzahl an positiven Beispielen gibt?»
Dominik Peter, Co-Präsident GLP Bremgarten und Grossrat.

Dominik Peter, Co-Präsident GLP Bremgarten und Grossrat.

Zvg

Der «City-Manager» könnte die Synergien des Labels ausnutzen und Bremgartens Attraktivität so in einem Bereich fördern.

Der Energiestädte würden einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität leisten. Zugleich täten energiepolitische Massnahmen die regionale Wertschöpfung stärken. GLP-Co-Präsident Sandro Schmid meint deshalb: «Mit diesem Vorschlag schlagen wir zwei Fliegen auf einen Streich. Die Stadt wird klimafreundlicher und attraktiver. Wir hoffen sehr, dass der Stadtrat unseren Vorschlag an der Gemeindeversammlung unterstützen wird und bereit ist, das Anliegen auch unter dem Gesichtspunkt Standortattraktivität ernsthaft zu prüfen.»

Wie der Energiebericht 2019 der Energiekommission zeigt, könnte die Stadt Bremgarten allerdings schon jetzt das Label Energiestadt erhalten. Im Vergleich zum Bericht im Jahr 2013 hat sich der Prozentsatz der erfüllten Kriterien von 47 auf 58 Prozent verbessert. Fürs Label sind mindestens 50 Prozent nötig.

Für die GLP ist dies aber noch zu wenig. Sie moniert unter anderem, «dass einige kurzfristige und mittelfristige Massnahmen aus dem Bericht 2013 nach wie vor nicht realisiert wurden, obwohl sie relativ einfach hätten umgesetzt werden können. Es scheint, als ob sich der Stadtrat auf seinen Lorbeeren des Fernwärmenetzes etwas ausruht».

Aarau, Baden oder Lenzburg schneiden deutlich besser ab

Auch im Vergleich mit anderen Bezirkshauptorten schneidet Bremgarten unterdurchschnittlich ab. Aarau (77,5%), Baden (79,5%), Bad Zurzach (64,7%), Lenzburg (67,9%) oder auch Rheinfelden (73,7%) stehen besser da. Auch vergleichbare andere Schweizer Gemeinden mit rund 8400 Einwohner wie Stans (81,4%), Mels (67%) oder Chêne-Bourg (70,6%) kommen auf höhere Prozentwerte.

Die GLP Bremgarten sei nicht bereit, hier weiter zu zusehen. Man habe den Eindruck, dass der Stadtrat etwas politischen Druck aus der Bevölkerung benötige. «Der Beitrag für die Mitgliedschaft beim Trägerverein kostet weniger als einen Franken pro Kopf. Die GLP vertritt die Ansicht, es sollte uns wert sein, diesen einen Franken zu bezahlen und es sollte es uns wert sein, diese Diskussion an der Gemeindeversammlung im Dezember 2021 ernsthaft zu führen», heisst es weiter.