Bremgarten
GLP und SVP scheitern im Kampf um Stadtratssitz – alle fünf Bisherigen sind souverän wiedergewählt

Im Bremgarter Stadtrat gibt es in der kommenden Amtsperiode 2022/25 keine personelle Veränderung. Die Herausforderer Sandro Schmid (GLP) und Claudio Müller (SVP) schaffen die Wahl nicht.

Marc Ribolla
Drucken
Im Bremgarter Rathaus bleibt beim Stadtrat alles beim Alten.

Im Bremgarter Rathaus bleibt beim Stadtrat alles beim Alten.

Marc Ribolla

Freud und Leid sind bei den Bremgarter Stadtratswahlen sehr nah beieinander. Vor allem örtlich gesprochen. Während die Stimmungslage von Herausforderer Sandro Schmid (GLP) im Keller ist, ist sie nur wenige Altstadtgassen weiter bei der SP, Läbigs Bremgarte oder der FDP deutlich besser.

Schmid ist bitter enttäuscht, dass er die Wahl in die Exekutive des Reussstädtchens nicht geschafft hat. Mit seinen 976 Stimmen erreichte er zwar das absolute Mehr von 956 Stimmen, verpasst aber die Wahl als Überzähliger. Vor ihm schneiden die fünf Bisherigen Doris Stöckli (parteilos, 1746 Stimmen), Claudia Bamert (Läbigs Bremgarte, 1674), Daniel Sommerhalder (SP, 1514), Raymond Tellenbach (FDP, 1496) und Theo Rau (Die Mitte, 1152) noch besser ab. Keine Chance hatte der zweite Herausforderer, Claudio Müller von der SVP, der auf 728 Stimmen kommt.

176 Stimmen fehlten Schmid zur Wahl

Kurz nach der Bekanntgabe des Wahlresultats sagt ein bewegter Schmid zur AZ: «Es ist hart gewesen und es hat auch Tränen bei mir gegeben. Es tut weh, dass ich zwar gewählt bin, aber halt doch nicht die Wahl geschafft habe.» Er sei trotz allem stolz auf sein Resultat. Am Ende fehlten ihm 176 Stimmen auf Theo Rau.

Sandro Schmid erhielt bei den Stadtratswahlen 976 Stimmen.

Sandro Schmid erhielt bei den Stadtratswahlen 976 Stimmen.

zvg

«Ich habe gezeigt, dass ich für Bremgarten eine Alternative sein kann. Stolz macht mich aber auch, dass ich meine Stimmenzahl vom Frühling mehr als verdreifachen konnte», so Schmid. Damals erreichte er bei der Ersatzwahl im 1. Wahlgang 311 Stimmen und verzichtete auf die Teilnahme am 2. Wahlgang.

Im Gegensatz zu seinen GLP-Parteikollegen auf dem Mutschellen in Berikon und Rudolfstetten gelingt Schmid der Coup also nicht. Viel vorwerfen kann er sich nicht, trotzdem gibt er sich selbstkritisch. Er sagt:

«Ich hätte im Wahlkampf vielleicht etwas spürbar präsenter und mehr draussen sein können.»

Er habe aber bewusst zum Beispiel auf eine Wahlstandaktion in der Altstadt verzichtet, wie es andere Kandidierende gemacht hätten. Und er reduzierte auch sein Engagement in den sozialen Medien. «Im Frühlingswahlkampf wurde ich deswegen kritisiert, dass ich dort zu schnell zu präsent war und sich einige Stimmbürger darüber nervten», erklärt Schmid.

Eine erneute Kandidatur in vier Jahren schliesst er nicht aus. Oder auch schon früher, falls es im neuen Stadtrat zu einer vorzeitigen Vakanz käme. Schmid: «Ich habe gezeigt, dass ich dann die nächste, echte Option wäre.»

Ammann Tellenbach und Frau Vizeammann Stöckli souverän gewählt

Raymond Tellenbach bleibt Bremgarter Stadtammann.

Raymond Tellenbach bleibt Bremgarter Stadtammann.

zvg

Noch keine Option für den Stadtrat ist für das Stimmvolk die SVP. Auch die Unterstützung durch die FDP, die nebst Tellenbach auf einen zweiten Kandidaten verzichtete, brachte SVP-Parteipräsident Claudio Müller nicht genügend Stimmen ein.

Keine Überraschung gab es bei den Wahlen zum Stadtammann und Vizeammann. Ammann-Amtsinhaber Raymond Tellenbach erreichte mit 1306 Stimmen das absolute Mehr von 929 Stimmen problemlos. Noch einen Tick erfolgreicher schnitt bei der Vizeammannwahl Doris Stöckli ab. Die Bisherige wurde auf 1351 Wahlzetteln notiert.