Bremgarten
«Es geht um die Entwicklung und Attraktivierung der Arbeitszone»: Bremgarter Ortsplanung steht auf dem Prüfstand

In der Stadt Bremgarten steht die Siedlungsentwicklung und Ortsbildgestaltung für die nächsten 15 Jahre an. Ab dem 29. Oktober hat die Bevölkerung die Möglichkeit, im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung ihre Anliegen einzubringen.

Walter Christen
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Das Areal Bahnhof Bremgarten West soll als Wohnschwerpunkt aktiviert werden.

Das Areal Bahnhof Bremgarten West soll als Wohnschwerpunkt aktiviert werden.

Walter Christen

Der ständige gesellschaftliche Wandel erfordert eine Anpassung der planerischen Vorgaben. Davon können auch die Verantwortlichen in Bremgarten ein Lied singen. Damit sie mit der Ortsplanung Schritt halten kann, hat die Stadt jetzt ihre Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland einer Gesamtrevision unterzogen. «Als nächster Schritt kann das öffentliche Mitwirkungsverfahren durchgeführt werden. Es gibt dabei sehr viele verschiedene Interessen, die abgewogen werden müssen», erklärte Stadtammann Raymond Tellenbach am Montag während einer Medienorientierung im Rathaus Bremgarten.

Gemäss den Prognosen wird Bremgarten mit den aktuell rund 8550 Einwohnerinnen und Einwohnern in Zukunft mehr Raum für Wohnen und Arbeiten benötigen. So wird bei der Bevölkerungsentwicklung mit der Überschreitung der Schwelle von 9000 Personen bis im Jahr 2030 gerechnet.

Die revidierte Nutzungsplanung soll die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine optimale Weiterentwicklung der Gemeinde und eine nachhaltige und langfristige Stärkung ihrer Standortqualität schaffen.

Wohnschwerpunkt soll aktiv und Arbeitszonen attraktiv werden

Ein zentrales Thema ist dabei die Aktivierung des Wohnschwerpunkts. Dies soll beispielsweise durch die Nutzung des Entwicklungspotenzials beim Bahnhof Bremgarten-West geschehen. Ausserdem sei die Stärkung des wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkts von regionaler Bedeutung. Dies soll unter anderem mit der Integration der Teiländerung im Gebiet Oberebene erfolgen.

«Dabei geht es konkret um die Entwicklung und Attraktivierung der dortigen Arbeitszone mit der Einpassung in den örtlichen Kontext und in die Landschaft», hielt Frau Vizeammann Doris Stöckli fest. Sie leitete die zwölfköpfige Fachkommission, die die Nutzungsplanungsrevision auf den Weg brachte.

Erhaltung der Bremgarter Altstadt ist auch künftig ein wichtiges Thema beim Ortsbildschutz.

Erhaltung der Bremgarter Altstadt ist auch künftig ein wichtiges Thema beim Ortsbildschutz.

Walter Christen

Bei der Überarbeitung der inneren Siedlungsentwicklung erfolgte eine differenzierte Betrachtung aller Wohn- und Mischzonen bezüglich der Nachverdichtungen. Auf eine grundsätzliche Erhöhung der Ausnützungsziffer wurde verzichtet. Grosses Gewicht wurde auf den Ortsbildschutz gelegt – die Bremgarter Altstadt, der grosses Stolz des Städtchens, soll so erhalten bleiben, wie sie ist.

Die Nutzungsplanungen sollen zusammengeführt werden

Die gültige Bremgarter Nutzungsplanung stammt von 2008, jene von Hermetschwil-Staffeln aus dem Jahr 2002. Hermetschwil-Staffeln ist seit dem 1. Januar 2014 ein Ortsteil von Bremgarten. Die Planungsrevision wurde deshalb unter anderem auch zum Anlass genommen, die Nutzungsplanungen beider Orte zusammenzuführen und an das übergeordnete Planungs- und Baurecht anzupassen.

Das Mitwirkungsverfahren bei der Bremgarter Planung erstreckt sich auch auf die Teilzonenplanänderung Rauestei. Wie von Stefan Walder, dem Leiter der Abteilung Bau in Bremgarten, zu erfahren war, geht es dabei um den Abbau von etwa 2 Mio. Kubikmetern Kies im Verlaufe von rund 25 Jahren in einem Gebiet, das sich zwischen den beiden Ortsteilen befindet.

Für die öffentliche Mitwirkung liegen die Entwürfe der Planung vom 29. Oktober bis 7. Dezember bei der Abteilung Bau im Bremgarter Rathaus zur Einsicht auf. Am 3., am 6. und am 9. November werden im Rathaus Sprechstunden mit Vertretern der Stadt und dem Ortsplaner durchgeführt. Hinweise und Vorschläge zur revidierten Planung können während des Mitwirkungsverfahrens dem Stadtrat Bremgarten eingereicht werden.

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