Bremgarten
Erneut Coronafälle in der Bezirksschule – kantonsärztlicher Dienst befindet Massentest für «nicht notwendig»

Innerhalb weniger Wochen ist es erneut zu Coronafällen in den Bezirksschulklassen aus Bremgarten gekommen. Massentests wird es jedoch nicht geben.

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In den Klassen der Bezirksschule kam es erneut zu Coronafällen.

In den Klassen der Bezirksschule kam es erneut zu Coronafällen.

Marc Ribolla

(phh) Erst Mitte März mussten zwei Klassen der Bezirksschule Bremgarten in Quarantäne. Fünf Schüler wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Allerdings scheint diese Sicherheitsmassnahme nur kurzfristig Wirkung gezeigt zu haben. Offenbar wurden in den letzten Tagen erneut Ansteckungen im direktem Schulumfeld gemeldet. Die AZ hat Kenntnis von einem 14-jährigen Schüler, der positiv getestet wurde. Laut Informationen dieser Zeitung grassiert an der Bezirksschule vor allem die britische Virusmutation.

In einem Schreiben, das an Eltern Schülerinnen und Schüler verschickt wurde, bestätigt die Schulleitung eine Häufung der Fälle in den vergangenen Tagen. Der AZ liegt dieses Schreiben vor. Schulleiter Guido Brändli zeigt sich darin beunruhigt und informiert gleichzeitig über das weitere Vorgehen. So habe er beim Contact Tracing Aargau den Antrag auf eine Massentestung von Schulpersonal und Schülern beantragt. «Ich verspreche mir von einer flächendeckenden Testung, dass wir das in der Schule immer wieder auftretende Virus vielleicht besser isolieren könnten», schreibt Brändli.

Allerdings wird es keine grossangelegte Testaktion geben. Der Antrag sei zwar von der Ärzteschaft des Contact-Tracing gut aufgenommen worden, so heisst es weiter, aus logistischen Gründen gab es jedoch eine Absage. Es gebe schlicht keinen Ort, an dem 350 betroffene Personen getestet werden könnten. Auf Empfehlung des Contact-Tracing bittet die Schulleitung daher alle Eltern, dass sie ihre Töchter und Söhne bei geringsten Anzeichen einer Symptomatik selbst zum Test anmelden sollen. «Ich bitte Sie dringend, dieser Empfehlung nachzukommen», so Brändli.

Die AZ hat beim Departement Gesundheit und Soziales (DGS) des Kantons Aargau nachgefragt. Michel Hassler, Leiter Kommunikation beim DGS hat eben diese Fragen beantwortet.

Herr Hassler, es heisst, flächendeckende Tests sind an der Schule in Bremgarten nicht möglich. Warum?

Weil an der Bezirksschule die Maskenpflicht besteht, die gemäss den Abklärungen des Contact Tracing Center (Conti, Anm. d. Red.) eingehalten wurden, sind keine breiten Quarantänemassnahmen notwendig. Eine Massentestung für die Schüler- respektive für die Lehrerschaft hält der kantonsärztliche Dienst nicht notwendig. Zudem wurde diese Massentestung auch vom Conti nicht angeordnet. Auf Wunsch der Schule und/oder Eltern wurden Abklärungen zu möglichen Massentestungen in diversen Testcentren durch das Conti durchgeführt. Dabei waren am Kantonsspital Baden zu diesem Zeitpunkt nicht genügend Kapazitäten zur Übernahme des gesamten Massentestings vorhanden. Das Testen ausserhalb des Kantonsspitals Baden wurden von der Schule als nicht umsetzbar betrachtet. Die flächendeckenden Tests wären möglich gewesen. Aus Kapazitätsgründen hätten diese in mindestens zwei Testcentern durchgeführt werden müssen. Alle Personen, die sich testen lassen wollten, konnten sich direkt beim Kantonsspital Baden melden.

Die Fälle an Schulen häufen sich. Jetzt heisst es, Massentests sind nicht möglich. Halten Sie das für vertretbar?

Werden Massentests vom kantonsärztlichen Dienst als notwendig erachtetet, ordnet er diese auch an. Dabei werden die entsprechenden Testkapazitäten berücksichtigt. Im Einzelfall können zur zeitgerechten Testdurchführung mehr als ein Testcenter notwendig sein, wie auch in Bremgarten. Wir verzeichneten bereits in der zweiten Welle immer wieder Ausbrüche in den Schulen und stellen diesbezüglich keine Häufung fest. Sie erhalten in den letzten Wochen aber mehr mediale Beachtung. Der Kanton Aargau hat Ende März die Pilotphase für das Projekt «Repetitives Testen» abgeschlossen und bereitet aktuell das Hauptprojekt vor. Mit dem Repetitiven Testen mit gepoolten Speicheltests sollen asymptomatische Personen, die infiziert sind, gefunden werden. Die Ausweitung auf möglichst viele Schulen ist Teil der laufenden Evaluation.

Einige Eltern stört sich daran, dass sie ihr Kind selbst zu einem Test anmelden müssen, sobald sich Anzeichen einer Symptomatik bemerkbar machen. Was entgegnen Sie solchen Stimmen?

Sich bei Symptomen zu isolieren und zu testen, ist seit Beginn der Pandemie eine wichtige Aufgabe jedes Einzelnen – unabhängig davon, ob ein Massentest oder ein repetitives Testen stattfindet. Es gibt keine Testorganisation, die dieses Vorgehen ersetzt.