Bremgarten
Das Städtchen ist sauber: Der erste Clean-up-Day war so ein Erfolg, dass er zur Tradition werden soll

Zigarettenstummel, Plastikmüll und Alteisen: Über 120 Freiwillige haben am Samstag in und um Bremgarten Abfall gesammelt. Der Müllberg, den sie zusammengetragen haben, ist beachtlich. Stadtrat Daniel Sommerhalder ist mehr als zufrieden.

Andrea Weibel
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Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am Clean-up-Day in Bremgarten mitgeholfen, die Stadt zu säubern. Eine der Gruppen zeigt hier ihren gesammelten Müllberg.

Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am Clean-up-Day in Bremgarten mitgeholfen, die Stadt zu säubern. Eine der Gruppen zeigt hier ihren gesammelten Müllberg.

MZM

Den Samstagmorgen wollte Daniel Sommerhalder eigentlich damit beginnen, eine Rede gegen Littering zu halten. «Aber dann wurde mir bewusst, dass diese über 120 Leute sicher nicht die sind, denen ich erzählen muss, dass Abfall in den Mülleimer gehört», berichtet der Bremgarter Stadtrat lachend. Die vielen Leute, darunter sehr viele Kinder und Jugendliche, haben sich nämlich extra ein paar Stunden Zeit genommen, um den Abfall in den Gassen Bremgartens zu beseitigen.

Den Anlass dazu bot der nationale Clean-up-Day, der jährliche Tag, an dem die Schweiz aufgeräumt wird. In Bremgarten machten sich ganze Schulklassen, aber auch die Pfadi oder Vertreter des Kellertheaters auf, um all die Abfälle, die unachtsame Mitmenschen liegen gelassen haben, wegzuräumen. Sie alle wurden von der Stadt mit verschiedenen Müllsäcken, Handschuhen und Greifzangen ausgerüstet.

Auch die Pfadi war am Clean-up-Day in Bremgarten unterwegs.

Auch die Pfadi war am Clean-up-Day in Bremgarten unterwegs.

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Doch nicht nur in den Bremgarter Strassen waren sie unterwegs. «Die Surfer vom Verein Flusswelle waren mit Booten auf der Reuss, um die Plastikfetzen von den Bäumen zu pflücken, die vom vergangenen Hochwasser angespült worden sind», erzählt Sommerhalder. So konnte an nur einem Tag das ganze Stadtgebiet von sehr viel unnötigem Schmutz befreit werden.

Stadt servierte Würste und Brot, McDonald's sponserte Pommes frites

Die Idee dazu hatte Sommerhalder aufgrund des No-Littering-Labels, das die Stadt seit Ende Juni trägt. «Um das Label zu behalten, haben wir uns verpflichtet, Anti-Littering-Anlässe durchzuführen», erklärt er. «Da war es nur passend, dass wir gleich von der Stadt aus zum Clean-up-Day aufrufen.» Bis Ende August konnte man sich anmelden, aber natürlich waren auch spontane Freiwillige herzlich willkommen.

«Dass aber gleich so viele Leute mitmachen würden, hat uns überrascht und sehr gefreut», sagt Sommerhalder im Namen des gesamten Stadtrats. Schön war auch, dass sich beispielsweise die Bremgarter McDonald's-Filiale spontan zur Mithilfe entschlossen hat und den Freiwilligen anschliessend Pommes frites spendierte. Ebenso liess sich die Stadt nicht lumpen und lud alle Helfer nach ihrem Einsatz zu Wurst und Brot ein.

Überraschungen gab es bei der grossen Aufräumaktion kaum. «Vor allem haben wir wohl Tausende von Zigarettenstummeln eingesammelt. Daneben sehr viele PET-Flaschen und anderen Plastikmüll oder Alteisen aus der Reuss. Aber Spezielles war nicht darunter.»

Traurig, dass Freiwillige Abfall anderer einsammeln müssen

«Wie viel Abfall wir gesammelt haben, kann ich nicht genau sagen, wir haben ihn nicht gewogen. Aber es war ein ganz schön grosser Berg», beschreibt Sommerhalder. «Während des Einsammelns hat mich die Menge von weggeworfenen Gegenständen teilweise wirklich erschreckt. Es ist traurig, dass so viele Leute einen freiwilligen Einsatz leisten müssen, um den Müll anderer zu beseitigen.» Doch das No-Littering-Label hat auch zum Ziel, Leute zum Thema zu sensibilisieren. Darum will Sommerhalder den städtischen Clean-up-Day zur Tradition machen und ihn nächstes Jahr gleich wiederholen.

Der Abfall wurde so gut wie möglich getrennt und rezykliert. Der Rest wurde bereits zur Abfallverbrennungsanlage transportiert.

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