Bremgarten
Bamert oder Hausherr ‒ wer siegt im Duell um den freien Stadtratssitz?

Am Sonntag entscheidet das Bremgarter Stimmvolk im zweiten Wahlgang über den freien Sitz im Stadtrat. Um diesen buhlen Claudia Bamert und Stefan Hausherr. Sie geben sich vorsichtig optimistisch.

Marc Ribolla
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In Bremgarten wird am 13. Juni der freie Stadtratssitz vergeben.

In Bremgarten wird am 13. Juni der freie Stadtratssitz vergeben.

Melanie Burgener (5. Juni 2021)

Mehr als drei Monate nach dem ersten Wahlgang vom 7. März fällt am kommenden Sonntag, 13. Juni, der Entscheid, wer im Bremgarter Stadtrat die Nachfolge von Monika Briner (parteilos) antreten wird. Von den ursprünglich fünf Kandidierenden hatten sich nur Claudia Bamert und Stefan Hausherr für ein erneutes Antreten entschieden. Die 45-jährige Bamert (Läbigs Bremgarte) verpasste im ersten Wahlgang das absolute Mehr mit 1168 Stimmen nur um 45 Stimmen. Der 54-jährige Hausherr (parteilos) folgte als Zweitplatzierter mit 422 Stimmen.

Claudia Bamert (Läbigs Bremgarter) ist Stadtratskandidatin.

Claudia Bamert (Läbigs Bremgarter) ist Stadtratskandidatin.

zvg

Nun rückt der Stichtag näher. Und obwohl sie im März fast auf Anhieb den Sprung in den Stadtrat schaffte, möchte sich Claudia Bamert nicht auf die Äste wagen und zeigt sich vorsichtig. Sie sagt über ihre eigenen Wahlchancen:

«Es liegt mir überhaupt nicht, mich irgendwelchen Prognosen hinzugeben. Nichtsdestotrotz denke ich aber, vor allem unter Berücksichtigung des Ergebnisses des ersten Wahlgangs, dass meine Chancen nicht schlecht stehen.»

Für Konkurrent Stefan Hausherr ist es am allerwichtigsten, dass die Bremgarterinnen und Bremgarter eine Auswahl haben. Und zwar aus einem breiten Spektrum. «Es stehen zwei Kandidaten mit anderen Meinungen und Ideen zur Wahl. Mit meinen bisherigen politischen Aktivitäten sind meine Positionen bekannt. Ich stehe ein für einen ausgewogenen Haushalt mit einem Fokus auf den Kosten», sagt Hausherr.

Stefan Hausherr (parteilos) kandidiert für den Stadtrat.

Stefan Hausherr (parteilos) kandidiert für den Stadtrat.

zvg

Wenig Veränderung im Vergleich zum ersten Wahlgang

Nicht gross verändert habe sich die Ausgangslage im Vergleich zum März, findet Bamert. «Die letzten drei Monate verliefen relativ ruhig und von daher hat sich für mich nichts Spürbares verändert. Oder ich hätte dies so auf jeden Fall nicht mitbekommen», sagt sie. Etwas anders sieht dies Hausherr. Mit dem erneut positiven Rechnungsabschluss der Stadt sei es «amüsanter geworden nach all dem Lamentieren über die Verarmung unseres Städtchens ohne eine Steuerfusserhöhung».

Er vermisse aber noch immer einen klaren Spar- und Verbesserungswillen bei der Führung. Als Beispiel erwähnt er die neue geplante Verwaltungsstelle «Standortmanagement», was seiner Meinung nach eine neue gebundene Ausgabe, ohne klaren Auftrag und Zielsetzung sei. Er sagt:

«Ich bin überzeugt, dass es bei den Prozessen und Strukturen in unserer Verwaltung immer noch Sparpotenzial gibt.»

Froh, dass nun die Entscheidung naht

Erleichtert sind beide Stadtratskandidaten, dass nach fast fünf Monaten Wahlkampf nun die Entscheidung naht. Sie sei sehr froh, meint Bamert und ergänzt: «Ich liebe klare Verhältnisse, egal wie das Wahlresultat ausfällt.» Ähnlich klingt es bei Hausherr. Er sagt: «Ich denke es ist unserer Stadt und auch der Schule geschuldet, dass nun endlich Klarheit herrschen wird, und wer auch immer die Wahl gewinnt, endlich vorwärtsmachen kann.» Der neue Stadtrat dürfte sich um das Ressort Bildung kümmern, das mit der neuen Führungsorganisation der Schule ab 2022 vor wichtigen Aufgaben steht.

Am Sonntag finden gleichzeitig auch fünf wichtige nationale Abstimmungen statt. Die Stimmbeteiligung dürfte angesichts der Vorlagen höher als üblich sein. Einen Einfluss auf ihre Wahl sehen die Bremgarter Kandidierenden nicht.

Hausherr betont den lokalen Aspekt: «Ob nun eine nationale Vorlage eher bürgerliche oder andere Wähler mobilisiert, ist zweitrangig. Diese Wahl betrifft die Zukunft Bremgartens.» Und auch Bamert sagt: «Je mehr Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihre Meinung an der Urne kundtun, desto ehrlicher ist nach das Resultat. Und das ist doch alles, was zählt.»