Sieger sehen zumeist anders aus. Müde und abgekämpft wirkte Gemeinderat Roger Hausherr nach der fast dreistündigen Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle.

Auch dank Hausherrs engagiertem Einsatz war das Eggenwiler Schulprojekt zu Kosten von 2,7 Millionen Franken letztlich deutlich durchgekommen.

Die vorgängige Abstimmung, die auf Antrag aus der Versammlungsmitte geheim durchgeführt wurde, geht fraglos in die Lokalgeschichte ein.

116 zu 48 Stimmen

In der spannenden Abstimmungsrunde standen sich zwei Varianten gegenüber: das von Gemeinderat, Schulpflege, Finanz- und Planungskommission empfohlene Projekt 1 zu Kosten von 2,7 Mio. Franken und das Projekt 2 für 2 Mio. Franken, das eine Auslagerung der 5. und 6. Primar nach Bremgarten vorsah.

Bei der Auszählung der Zettel resultierten 116 Stimmen fürs Projekt 1 und 48 Stimmen fürs Projekt 2.

Die Schlussabstimmung bestätigte dieses Ergebnis. 116 Versammlungsteilnehmer votierten für die Realisierung von Projekt 1 und 48 Versammlungsteilnehmer gegen die Realisierung.

Das deutliche Resultat lässt darauf schliessen, dass das Referendum kaum ergriffen wird und die Vorbereitungsarbeiten zum Baubeginn im Juni 2014 anlaufen können.

Unmittelbar nach der Versammlung waren jedenfalls keine Signale auszumachen, dass eine Unterschriftensammlung lanciert würde.

Lebhafte Debatte

Vor der Abstimmung spielte sich eine lebhafte halbstündige Diskussion ab. Die Debatte drehte sich vor allem um die Baukosten und die Bedeutung der Dorfschule für Eggenwil.

Roland Giger sprach sich «wegen der tieferen Investitionskosten» fürs 2-Mio.-Projekt mit Auslagerung der 5./6. Primar nach Bremgarten aus. Gisela Demierre riet ebenfalls zur Auslagerung. Die grösseren Klassenverbände im Reussstädtchen seien vorteilhafter für die Entwicklung der Fünft- und Sechstklässler, befand sie.

Anderer Ansicht war Martina Vitali. Eine Auslagerung sei keine vernünftige Lösung. Vielmehr hätten alle Kinder «Anrecht auf das komplette Volksschulprogramm am Wohnort», also vom Kindergarten bis und mit sechster Primar. Die qualitativ gute Dorfschule Eggenwil dürfe durchaus etwas kosten, meinte sie.

Marie-Theres Hausherr pflichtete ihr bei. Eine Volksschule mit vollständigem Angebot trage viel zur Attraktivität einer Gemeinde bei.
Der Unterricht in kleineren Klassen habe durchaus Vorteile, «denn viele unserer Schüler schaffen den Übertritt an die Bezirksschule».

«Spannende Zeit»

Die Versammlung verabschiedete Gemeinderätin Gerda Fischer unter Beifall und mit Malutensilien sowie einem Geschenkgutschein. Vier Jahre arbeitete sie im Gemeinderat als Vorsteherin des Ressorts Soziales und Gesundheit mit, zuvor gehörte sie fünf Jahre der Schulpflege Eggenwil an. «Die Zeit in der Gemeinde- und der Schulbehörde war spannend, ich möchte sie keinesfalls missen», sagte Gerda Fischer.

Ebenfalls verabschiedet wurden die beiden Schulpflegeangehörigen Jeannine Brandes und Daniel Simmen sowie Stimmenzählerin Doris Meier.