Beinwil
Braunvieh-Auktion: Die Preise kletterten nur zäh nach oben

42. Braunvieh-Auktion auf dem Horben stand im Zeichen eines schwierigen Milchmarktes. 39 Tiere standen zum Verkauf, bei weitem nicht alle wurden verkauft und die Preise liessen zu wünschen übrig.

Eddy Schambron
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Braunvieh-Auktion
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Die Auktion ist nicht nur für Bauern spannend, sondern auch für ein breites Publikum.
Kälbchen lassen sich streicheln. Würden sie nicht grösser, man würde gerne eines mit nach Hause nehmen.
Vor der eigentlichen Auktion werden die Tiere von den Bauern fachmännisch beurteilt.

Braunvieh-Auktion

Eddy Schambron

Gantrufer Bruno Furrer aus Mosen hatte keine leichte Aufgabe: 39 Tiere standen an der Braunviehauktion auf dem Horben zum Verkauf. Das Wetter war trübe und kühl, zudem ist die Situation vor allem auf dem Milchmarkt schlecht. Entsprechend zäh gingen die Preise für die aufgeführten Tiere in die Höhe. 14 Kühe wurde verkauft zum Durchschnittspreis von 2780 Franken, die elf Jährlinge brachten im Schnitt 1170 Franken und die vier Kälber 700 Franken. «Bei keinem Tier ist der Preis in die Höhe geschossen», stellt Hugo Abt, Präsident des Aargauischen Braunviehzuchtverbandes, nüchtern fest.

Bei den Spitzenkühen hätte er schon gegen 4000 Franken erwartet. Wohl hat das kühle, regnerische Wetter dazu beigetragen, die Kauflust zu dämpfen. Aber es waren im Vergleich zu Vorjahren auch weniger Käufer auf dem Platz, wie Abt bemerkt. Unverändert gut besucht war die Auktion vom interessierten, auch nicht landwirtschaftlichen Publikum.

Schwierige Situation

Nicht nur das Wetter hatte Einfluss auf die verhaltenen Preise, wie Markus Zemp, Schafisheim, Präsident Braunvieh Schweiz und Präsident BOM (Branchenorganisation Milch), ausführte: «Der Milchmarkt ist so schlecht wie noch nie. Der Liter wird unter 50 Rappen vergütet; zu besseren Zeiten erhielten die Bauern auch schon über einen Franken.» In der EU wurde die Milchkontingentierung aufgehoben, die Betriebe in den Nachbarländern haben ihre Milchproduktion hochgefahren. Zeitgleich kommt ein Rückgang bei der Nachfrage nach Käse. Aber auch einheimische Milchproduzenten machen angesichts historisch tiefer Preise noch mehr auf Menge.
Erschwerend hinzu kommt, dass mit dem Embargo Russlands für Lebensmittel aus der EU dieser bisher wichtige Absatzmarkt komplett weggebrochen ist. Wenigstens ist der Schlachtviehmarkt für die Bauern in dieser angespannten Lage eine Stütze. «Die Viehbestände sind tief und die Nachfrage nach Fleisch beachtlich, Qualität verkauft sich zu guten Preisen», sagt Zemp. Gut ist auch die Nachfrage nach Jungvieh, weil mit den Direktzahlungen die Alpung gefördert wird.

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