Der Auftakt des diesjährigen Jahreskonzerts der Brass Band Auw wurde durch die Formation Jambo Brass bestritten. Ein Projekt von verschiedenen Jugendbands aus Auw, Mühlau, Beinwil und Oberrüti. Der Nachwuchs für die Brass Band Auw scheint gesichert, die Jungmusiker überzeugten mit ihrem Können und viel Engagement. Überhaupt sind Brass Bands im oberen Freiamt fest verankert, fast jedes Dorf hat seine eigene Blechblasmusikgesellschaft.


Nach dieser anregenden Einleitung, die Lust auf mehr machte, übernahm die Brass Band Auw die Konzertbühne. Dirigent Thomas Mosimann und Vereinspräsidentin Stefanie Villiger erklärten: «Wir schreiben uns auf die Fahne, gute und gehaltvolle Musik zu machen und wir möchten die Zuhörer einen Abend lang unterhalten.» Es solle auch eine lockere Stimmung aufkommen, wo es da und dort auch Platz für einen kleinen Schmunzler habe. Moderator Raphael Villiger führte gekonnt und mit Witz durch den Abend und brachte dem Publikum jedes Stück mit viel Charme näher.


Von gefühlvoll bis rasant

Der erste Teil des Konzerts bestand aus Ohrwürmern und bekannten Stücken früherer Zeiten, wie zum Beispiel dem Hauptstück des Abends «Pinocchio» in einer speziellen Fassung für Brass Bands vom Walliser Komponisten Julien Roh. Langsame, gefühlvolle Passagen im Wechsel mit rasanten, temporeichen Rhythmen, von denen sich die Konzertbesucher gerne mitreissen liessen. Ein Highlight folgte dem nächsten.


Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle das Euphonium-Solo «Grandfather’s clock» von Christoph Villiger. Das Euphonium, eine Art Mini Tuba, ist eine der tragenden, melodiösen Stimmen in einem Brass Orchester. Villiger spielte mit viel Hingabe und Leidenschaft. Dirigent Mosimann berichtet nicht ohne Stolz: «Am Freitag war Premiere, da waren die Musiker sehr aufgeregt, heute ist die Kür an der Reihe. Die Resonanz des Publikums war sehr positiv, das motiviert und gibt Aufwind.» Die Bläser seien gelöster und weniger angespannt und trauten sich deshalb vielleicht auch mal etwas zu riskieren und ein wenig frecher zu spielen, ergänzte der Dirigent.


Applaus wollte kaum enden

Nach der Pause wurde dem Publikum Unterhaltungsmusik vom Feinsten geboten, Filmmusik und Greatest Hits wechselten sich ab, wie zum Beispiel: «The Best of Bond», die unglaublich facettenreiche «The Mask of Zorro» oder «Queen Greatest Hits» um nur einige zu nennen. Es wurden altbekannte, zeitgemässe aber auch sehr moderne Stücke vorgeführt.


Den Zuhörern hat es jedenfalls gefallen, sie forderten am Schluss vehement eine Zugabe und erhielten diese auch in Form einer schnellen Polka, bei der sie durch Dirigent Mosimann aufgefordert waren, im Takt mit zu klatschen. Der kaum enden wollende Applaus zum Schluss des Konzerts hatten sich die Musikantinnen und Musikanten definitiv verdient.