Villmergen

Brandstiftung im «Casa Loca» in Villmergen: Ehepaar steht heute vor Gericht

Die Wirte des Lokals im Freiamt sollen jemanden dafür angeheuert haben, ihr Restaurant anzuzünden, um die Versicherungssumme zu kassieren. Heute müssen sie sich unter anderem wegen Anstiftung zur Brandstiftung und Betrug vor Gericht verantworten

Das Restaurant Casa Loca in Villmergen brannte an einem Abend im Februar 2019 komplett aus. Bereits einen Tag später wiesen die ersten Ermittlungen darauf hin, dass jemand das Feuer gelegt haben musste.

Wenige Monate später verhaftete die Polizei den damals 48-jährigen Italiener Piero (Name geändert) und seine gleichaltrige, dominikanische Ehefrau. Das Wirtepaar, so wurde es nach der Verhaftung gemunkelt, soll den Brand im Restaurant Casa Loca gelegt haben, weil das Lokal schon länger nicht mehr gut lief.

Villmergen: Brand zerstört das Restaurant «Mi Casa Loca» vollständig

Brand zerstört das Restaurant «Mi Casa Loca» in Villmergen vollständig: So berichtete TeleM1 im Februar des vergangenen Jahres. (26.02.2019)

Das Ehepaar muss sich nun heute vor dem Bezirksgericht in Bremgarten verantworten. Beide Beschuldigten befinden sich in Sicherheitshaft. Der Deliktsbetrag beim mutmasslichen Versicherungsbetrug durch den Brand beträgt rund 300 000 Franken.

Piero hat seinem Zellgenossen alles erzählt

Drei Monate sass Piero in Untersuchungshaft, dann kam er für kurze Zeit frei. Am 8. Oktober 2019 wurde er aber erneut verhaftet. Während der Untersuchungshaft hatte der gesprächige Italiener seinem Zellgenossen offenbar Details von seinem schiefgelaufenen Plan erzählt. So soll er kurz vor dem Brand nach Italien gereist sein, um die zwei Brandleger zu treffen. Diese hätten das Restaurant in Villmergen später mit Benzin angezündet.

Den beiden Italienern hatte er für die Dienstleistung 5000 Euro bezahlt. Der Zellengenosse konnte der Staatsanwaltschaft auch Details über die weiteren Pläne des Ehepaars erzählen: so wollten sie nach dem Brand mit dem Geld der Versicherung die Schweiz in Richtung Kalabrien oder Santo Domingo verlassen. Die Anklage lautet auf Anstiftung und Gehilfenschaft zu Brandstiftung, mehrfachen Betrug und mehrfacher Irreführung der Rechtspflege. Den Strafantrag gibt die Staatsanwaltschaft an der Verhandlung bekannt.

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