Boswil
Brandruine in einem Tag abgebrochen

Ein neuer Abbruchbagger macht den rationellen Rückbau von ganzen Häusern möglich. Die Brandruine konnte so in Rekordzeit abgebrochen werden.

Eddy Schambron
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Der neue Abbruchbagger (links) kann bis auf eine Höhe von 20 Metern arbeiten. Gestern kam er in Boswil erstmals zum Einsatz. ES

Der neue Abbruchbagger (links) kann bis auf eine Höhe von 20 Metern arbeiten. Gestern kam er in Boswil erstmals zum Einsatz. ES

Fast elegant wirkte es, wie der Abbruchbagger gestern die Brandruine an der Muristrasse in Boswil abtrug. Dabei hat das Ungetüm ein Einsatzgewicht von 50 Tonnen, einen Holzgreifer von 1350 Kilogramm und eine Betonschere von 3500 Kilogramm. «Unser neuer Abbruchbagger erlaubt es, Abbrüche auch von hohen Häusern sehr rationell vorzunehmen», sagt Franz Bucher von der Franz Bucher Tiefbau AG, Boswil.

Die neue Maschine verfügt über eine maximale Arbeitshöhe von 20 Metern. Sie ist mit einer Kamera am Ausleger sowie einer automatischen Bewässerungsanlage ausgerüstet. Mit letzterer können Staubemissionen gering gehalten werden. Gestern kam der eine Million Franken teure Abbruchbagger erstmals bei der Brandruine in den Einsatz, gesteuert von René Welti. Dieser wurde unterstützt von Urs Stierli, der mit einem kleineren Greifer Vorarbeiten auf dem Dach vornahm.

Das so abgetragene Holz wurde in 36 Kubikmeter fassende Metallcontainer gelegt. Dieses Material dient über die Verbrennung der Energiegewinnung. Der Rest wird im Werkhof der Bucher AG nachsortiert; was nicht der Wiederverwertung zugeführt werden kann, gelangt in die Reststoffdeponie nach Basel. Die Inbetriebnahme der Bewässerungsanlage am Abbruchbagger war nicht nötig, weil gestern leichter Schneefall die Staubentwicklung hemmte.

Zweiter Brand im Jahr 2010

Das 1893 erbaute Mehrfamilienhaus an der Muristrasse brannte am 17. September nieder. Alle zehn Bewohner mussten sofort umquartiert werden; sie konnten kaum etwas aus dem Haus retten. Was das Feuer nicht vernichtete, nahm Schaden durch das Löschwasser. Für Eigentümer Werner Stöckli war schnell klar, dass er das Haus abreissen musste. Er bezifferte nach dem Brand den Schaden auf gegen 700000 Franken.

Bereits im Januar wurde in unmittelbarer Nähe ein älteres Wohnhaus ein Raub der Flammen. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 1,5Mio. Franken. Auch diese Brandruine wurde von der Franz Bucher AG abgerissen und entsorgt.

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