Die Gemeinde Sins hat genug nach dem wiederholten Brand und will die Verursacher finden. Dazu hat sie folgenden Zeugenaufruf gemacht.

«Wer vor oder nach Ausbruch des Brandes verdächtige Aktivitäten rund um das Schulareal beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Kantonspolizei, Fahndung Ost in Baden (056 200 11 11) zu melden. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat eine Untersuchung zum Brandfall eröffnet. Für sachdienliche Hinweise, welche zur Ermittlung der Täterschaft führen, hat die Gemeinde Sins eine Belohnung von 2000 Franken ausgesetzt.»

Dritter Brand in Sins – Schulleiter hat die Schnauze voll.

Dritter Brand in Sins – Schulleiter hat die Schnauze voll.

Blenden wir zurück:

Dicke Rauchschwaden hüllten den Dorfkern Sins am Sonntagabend ein und versetzten die Bevölkerung in Aufregung. «Der Notruf an die Feuerwehr ging um 20.39 Uhr ein», sagte Gemeinderat Rico Hartmann vor Ort. Jugendliche hatten über dem Schulareal Rauch festgestellt und sofort Alarm geschlagen. Die Feuerwehr Sins-Abtwil reagierte schnell und rückte mit grossem Aufgebot an.

Das Feuer war im Werkpavillon hinter dem Realschulhaus ausgebrochen. «Es besteht akute Explosionsgefahr, weil in diesen Räumen Gasflaschen für Schweissarbeiten gelagert werden», informierte Rico Hartmann. Wegen der starken Rauchbildung wurde zusätzlich ein gut ausgerüstetes Atemschutzteam der Feuerwehr Dietwil-Oberrüti aufgeboten. Insgesamt waren 72 Feuerwehrleute vor Ort.

«Es geht jetzt erst mal darum, das Gebäude von aussen mit Wasser zu kühlen, damit die Explosionsgefahr reduziert wird, bevor man es mit Atemschutzgeräten betreten kann», erklärte Hartmann das Vorgehen der Einsatzgruppe. Die Feuerwehr hatte den Brand rasch unter Kontrolle, weitere Gebäude wurden nicht beschädigt.

Beträchtlicher Sachschaden

Vier Feuerwehrleute wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital Muri eingeliefert. Ernstlich verletzt wurde niemand, der Sachschaden ist jedoch beträchtlich. Er wird auf zirka 500 000 Franken geschätzt, wie die Kantonspolizei meldete.

Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet. Nach bisherigen Erkenntnissen brach das Feuer im Inneren des Pavillons aus. Eine vorsätzliche Brandlegung ist laut Auskunft der Pressestelle der Kantonspolizei wahrscheinlich. Passanten haben offenbar beobachtet, wie kurz nach dem Brandausbruch zwei dunkel gekleidete Jugendliche vom Schulareal weggerannt sind.

Grosse Betroffenheit

Während am Montagmorgen die Brandermittlungen im komplett verwüsteten Pavillon auf Hochtouren liefen, herrschte im Büro der Schulleitung tiefe Betroffenheit. «Es genügt langsam», sagte Schulleiter Roland Birrer resigniert. Die Erinnerungen an den Brandanschlag im März 2010 auf das Sekundarschulhaus und den Anschlag mit einem Molotowcocktail auf die Asylunterkunft, die ebenfalls im Gebäudekomplex Ammannsmatt untergebracht war, sind noch sehr präsent.

«Im Gegensatz zu damals haben wir im Moment aber kaum Spannungen unter den Jugendlichen», sagte Schulpflegepräsident Jakob Sidler. «Es ist recht ruhig an unserer Schule.» Das bestätigt auch Gemeindeschreiber Marcel Villiger: «Es gibt kaum Problemherde. Wir können uns das nicht erklären.»

Ruinierte Arbeitsräume

Abwart Josef Baur war schnell vor Ort. «Mein Sohn ist bei der Feuerwehr. Als er ausrücken musste, informierte mich sofort meine Schwiegertochter.» Sein überlegtes Eingreifen verhinderte das Eindringen von Rauch in die übrigen Gebäude. «Es waren einige Fenster des Realschulhauses leicht geöffnet. Ich habe alles abgeriegelt.»

Die Werklehrer stehen nun vor einer Ruine. «Sie haben sehr viel Eigenleistung in die Einrichtung der Werkräume investiert, Regale und anderes Mobiliar selbst gezimmert», sagte Baur. Die Wiederherstellung des seit 2011 in Betrieb stehenden Provisoriums wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Werkpavillon wurde damals von einer anderen Gemeinde übernommen, auf dem Schulgelände aufgebaut und für den Werkunterricht eingerichtet.