Vietnam

Bootsdrama in Vietnam: «Meine Tochter steht unter Schock»

Bootsdrama in Vietnam: Kapitän verhaftet

Bootsdrama in Vietnam: Kapitän verhaftet

Sieben Monate wollten die 20-jährige R.S. (Namen der Redaktion bekannt) aus Bettwil im Freiamt und ihr 25-jähriger Freund gemeinsam durch Asien reisen. In Vietnam nahm ihr Traum gestern nach nur sechs Wochen ein tragisches Ende.

Bei einem schweren Schiffsunglück ertrank der 25-jährige B.G. in der Kabine. Seine 20-jährige Freundin konnte sich in letzter Sekunde in Sicherheit bringen. «Sie steht unter Schock», sagte die Mutter gegenüber der az. Ihre Tochter wolle nun so schnell wie möglich in die Schweiz zurückreisen. Die Schreckensnachricht aus Vietnam erreichte die Mutter der Aargauerin gestern Morgen. «Sie sagte, es sei alles sehr schnell gegangen.», so die Mutter. Als das Schiff sank, habe sie sich durch das zerbrochene Kabinenfenster retten können. Ihre Tochter habe dabei Schnittverletzungen erlitten.

Opfer wurden im Schlaf überrascht

Zum Schiffsunglück war es gegen 5 Uhr Ortszeit in der bei Touristen beliebten Traumbucht Halong vor Vietnam gekommen. Kurz vor Sonnenaufgang wurden die 27 Personen an Bord des Schiffes im Schlaf überrascht. Das Boot - eine so genannte Dschunke - war auf einer mehrtägigen Tour durch die Bucht unterwegs.

Insgesamt zwölf Todesopfer

Die Schilderungen der geretteten Aargauerin, wonach das Schiff sehr schnell gesunken war, bestätigte auch ein amerikanischer Passagier gegenüber den örtlichen Medien. «Das Ganze dauerte zwischen 30 Sekunden und einer Minute», berichtete er. Insgesamt zwölf Personen kamen beim Unglück ums Leben. Auf dem Schiff starben neben dem jungen Lenzburger auch Reisende aus Vietnam, Grossbritannien, den USA, Russland und Japan sowie der vietnamesische Übersetzer. Bei den meisten handelte es sich um Rucksacktouristen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Neun Touristen und sechs Besatzungsmitglieder gelang es, rechtzeitig vom Deck ins Meer zu springen. Sie konnten von Fischern gerettet werden.

«Habe nichts mehr von ihr gehört»

Wie die Mutter weiter erklärte, habe sie gestern im Verlaufe des Tages nichts mehr von R. gehört, da in Vietnam Nacht war. Klar ist nur: Die leicht verletzte R.S. musste sich im Spital behandeln lassen - zusammen mit zwei anderen Touristen, die das Unglück ebenfalls überlebt hatten. Wann R.S. zurück reisen kann und wann ihr Freund in die Schweiz überführt werden kann, ist noch unklar. «Wir sind alle geschockt und sehr traurig», sagt die Frau aus Bettwil.

Ursache des Unglücks ungeklärt

Warum die Dschunke gesunken war, ist noch nicht bekannt. Behörden konnten vorerst nur schlechtes Wetter als Ursache ausschliessen. Nach ersten Informationen sei aber ein Teil des Boots plötzlich auseinandergebrochen. Wie es beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheit (EDA) hiess, verfolge die Schweizer Botschaft in Hanoi die Angelegenheit intensiv. Das EDA stehe zudem in Kontakt mit den Angehörigen des Todesopfers und «unterstütze die überlebende Person in dieser schwierigen Situation».

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