Die Polizei bestätigt auf Anfrage, dass ein Grossaufgebot der Kapo, der Regionalpolizei und der Feuerwehr Mutschellen am Dienstagabend in Berikon vor Ort war und den «Berimärt» evakuiert hat. Eine Patrouille der Regionalpolizei Bremgarten war von einem Buschauffeur informiert worden, dass er eine Tasche mit verdächtigem Inhalt gefunden habe. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich dabei um einen Sprengsatz handelte, wurde das Gebiet rund um den Berimarkt grossräumig abgesperrt.

Einkaufszentrum Berikon wegen Bombenalarm geschlossen

Einkaufszentrum Berikon wegen Bombenalarm geschlossen

   

Spezialisten vom forensischen Dienst Zürich wurden hinzugezogen und stuften die Tasche nach genauerer Untersuchung als harmlos ein. Zum Einsatz kam dabei auch ein Bombenroboter. Die Kantonspolizei Aargau hat die Ermittlungen aufgenommen, konnte aber noch nicht feststellen, wem die Tasche gehört, ob sie versehentlich liegen gelassen wurde oder ob es sich um einen schlechten Scherz handelt.

Die kurzzeitig unterbrochene Linie der Bremgarten-Dietikon-Bahn konnte anschliessend wieder fahrplanmässig verkehren und das Gebiet rund um den Bahnhof Berikon wieder freigegeben werden. 

Der Bombenentschärfungsroboter auf dem Weg zur Arbeit.

Der Bombenentschärfungsroboter bei einem früheren Einsatz. (Archiv)

Im Einsatz standen rund 40 Angehörige der Feuerwehren Mutschellen und Rudolfstetten, mehrere Ambulanzen sowie diverse Patrouillen der Kantons- und Regionalpolizei.

Wie sollen sich Chauffeure verhalten?

Wie Patrick Zingg, Mediensprecher von Postauto Region Nordschweiz, erklärt, ist das Verhalten in solchen Situationen Teil der Ausbildung: «Im Rahmen der Chauffeurzulassungsverordnung werden unsere Fahrer zum Umgang mit Aggressionen und Gewalt geschult. Sie werden sensibilisiert zum Thema Sicherheit, auch im Umgang mit Terrorismus und Gewalttaten.» Sie müssen auf «auffällige, liegen gebliebene Gegenstände achten, die offenbar niemandem gehören». Und auf auffälliges Verhalten von Personen (Nervosität, Schwitzen, Hände verstecken, Tragen einer Mütze oder gar maskiert, Blicken ausweichen usw.). Zudem wird den Chauffeuren empfohlen, das Postauto wenn möglich nicht unbeaufsichtigt mit offenen Türen stehen zu lassen und beim Verlassen des Fahrzeugs den Schlüssel immer mitzunehmen.

Wie ist das korrekte Vorgehen, wenn ein Chauffeur ein unbeaufsichtigtes Gepäckstück feststellt? «Der Fahrer kümmert sich zuerst um die Sicherheit der Fahrgäste und sichert den Ort und das Fahrzeug, ohne gefährliche Gegenstände zu berühren», erklärt Zingg. Danach nimmt er Kontakt mit Leitstelle auf, diese alarmiert je nach Situation die Polizei, Feuerwehr und/oder die Ambulanz. Nachdem der Fahrer die Fahrgäste über das weitere Vorgehen informiert hat, wird er von der Leitstelle betreut, diese informiert auch die entsprechenden Stellen des Postauto-Konzerns. Das weitere Vorgehen liegt dann in der Verantwortung der Blaulichtorganisationen.

Oft kommt es übrigens nicht vor, dass ein Chauffeur, resp. die Leitstelle die Polizei wegen eines Gepäckstücks rufen muss. «In unseren Aufzeichnungen der letzten fünf Jahre zu sicherheitsrelevanten Ereignissen im Aargau ist ein Fall aufgelistet.» Das ist derjenige vom September 2017 am Bahnhof Aarau, als ein Koffer unbeaufsichtigt zurückgelassen wurde. (sga/kob)

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