Wohlen
Bloss laues Interesse an akuten Schulfragen

Einmal im Jahr bittet die Wohler Schulpflege den Einwohnerrat in die Schulbank und informiert sie über Aktuelles aus dem Schulalltag. Weniger als die Hälfte der Einwohnerratsmitglieder haben an einer Info-Veranstaltung teilgenommen

Jörg Baumann
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Die Wohler Schulverantwortlichen: Schulpflegepräsident Franco Corsiglia (3. von links) mit dem Schulleiterteam Markus Walter, Regula Hannich, Barbara Müller, Rolf Stadler und Michael Lutz (von links). BA

Die Wohler Schulverantwortlichen: Schulpflegepräsident Franco Corsiglia (3. von links) mit dem Schulleiterteam Markus Walter, Regula Hannich, Barbara Müller, Rolf Stadler und Michael Lutz (von links). BA

Das ist wichtig, spricht doch das Dorfparlament jeweils beim Schulbudget ein gewichtiges Wort mit. Das Interesse an der diesjährigen Informationsveranstaltung war nicht berauschend. Weniger als die Hälfte der 40 Parlamentarierinnen und Parlamentarier nahm daran teil.

«Die Forschung hat gezeigt, dass Schüler, die aktiv am Musikunterricht teilnehmen, bessere Schulleistungen erbringen und sich auch sozialer verhalten», sagte Musikschulleiterin Regula Hannich. Diese Erkenntnis gelte es auch in Wohlen zu nutzen, forderte sie. Musikschule und Volksschule müssten noch besser miteinander verzahnt werden. Das Fundament konnte in den letzten Jahren mit der Förderung des Klassenmusizierens gelegt werden. Hier gelte es, weiterzufahren, sagte die Schulleiterin: mit der Breitenförderung an der Volksschule und der Individual- und Talentförderung an der Musikschule.

Informatik: wichtig, aber teuer

Erhebliche finanzielle Mittel werde an der Schule weiterhin der Informatikunterricht erfordern, erläuterte Michael Lutz, Oberstufenschulleiter im Junkholz und Projektleiter Informatik. Die Volksschule müsse den Schülern ausreichende Informatikkenntnisse vermitteln, die den Anschluss in der Berufslehre oder der Mittelschule erlaubten. Die Schüler würden auch darüber ins Bild gesetzt, wie sie kritisch und sorgfältig mit den neuen Medien umgehen sollten.

Schulleiterin Barbara Müller gab den Eltern einen einfachen Tipp, wie Exzesse beim Gebrauch des Computers eingedämmt werden könnten: «Stellen Sie den Computer des Kindes in die Wohnstube.» Damit könne man schon viele Probleme lösen.

Zu einer guten und erfolgreichen Schule gehöre auch ein angenehmes Schulklima, meinte Markus Walter, Primarschulleiter in der Halde. «Wir Lehrer müssen den Schülern Mut machen und sie dazu bringen, dass sie sich in die Gemeinschaft einfügen.» Dabei spielten die Eltern eine wichtige Rolle. «Wir nehmen die Eltern in die Pflicht und bieten ihnen Weiterbildungskurse an.»

Grosse Schulreform läuft an

Es wird für die Lehrer allerdings nicht einfacher, zu unterrichten. Die Aargauer Volksschule befindet sich in der revolutionärsten Reformphase der letzten 50 Jahre. Darin sei die Umstellung von fünf auf sechs Primarschuljahre und die Reduktion der Oberstufe von vier auf drei Jahre nur eine Veränderung unter vielen, hielt Rolf Stadler, Präsident der Schulleiterkonferenz, fest. An diese neue Situation müssten sich die Lehrer gewöhnen, auch daran, dass Oberstufenlehrer die gewohnte Schulstufe verlassen und in die Primarschule wechseln müssten. «Das wird vor allem den älteren Lehrpersonen schwerfallen.» Es werde zu «natürlichen Abgängen» kommen und «hoffentlich nicht zu Kündigungen, die ausgesprochen werden müssen».

Schulpflegepräsident Franco Corsiglia zeigte sich optimistisch, dass die Schule diese Veränderungen verkrafte, «auch wenn die Schule diese nicht gefordert hat, sondern die Gesellschaft sie uns aufdrängt». Corsiglia forderte den Einwohnerrat auf, die Mittel für die Evaluation der vor ein paar Jahren eingeführten Schulsozialarbeit zu sprechen und sie nicht zu streichen. Wohlen brauche dieses Geld dringend.