Forstwarte müssen nicht nur Bäume fällen und den Wald pflegen können. In ihrer Ausbildung lernen sie in einem Baukurs unter anderem auch, wie man Strassen unterhält, Blockhäuser baut, Bäche verbaut oder Durchlässe unter Strassen realisiert. «Die Ausbildung ist sehr vielseitig», sagt Oliver Eichenberger, Kursleiter beim Aargauischen Försterverband, der für diese Baukurse verantwortlich ist. Diese Woche sind 28 Lehrlinge im oberen Freiamt an der teilweise harten Arbeit.

In Auw baut eine Gruppe ein Blockhaus, das nach der Realisierung für den Verkauf von Holzschnitzeln und Brennholz dient. In der gleichen Gemeinde wird der Zaun des sogenannten Rehgartens komplett erneuert. Hier lernen die Lehrlinge, mit Beton umzugehen. An einer Stelle wird der Dorfbach mit Weiden verbaut, damit Hochwasser das Bachbord nicht weiter ausfressen kann.

Die angehenden Forstwarte sehen, dass solche Massnahmen kostengünstig und ökologisch wertvoll bewerkstelligt werden können. In Abtwil wurde ein Rastplatz am Waldrand komplett neu gestaltet; ein neuer Tisch und neue Bänke aus Eichenholz laden jetzt zum Verweilen ein. Weitere Eichenbänke, die gefertigt wurden, «sind schon verkauft», wie der Auwer Förster Stefan Staubli festhält. Ein Durchlass wird in Merenschwand erstellt und gröberes Gerät kommt in Sins zum Einsatz, wo es mit einem sogenannten Holzkasten gilt, das Bachbord zu stabilisieren. Rundholz wird in einen Hang verbaut und soll dann für rund 40 Jahre dem Wasser Paroli bieten.

Froh um Arbeitsplätze

Eichenberger lobt die Freiämter, die für den Baukurs Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt haben. «Das ist für die zuständigen Förster und Forstwarte immer auch mit viel Vorbereitung und Arbeit verbunden.» Umgekehrt kann ein Forstbetrieb oder eine Gemeinde vom Einsatz der Lehrlinge profitieren. «Mit dem Ersatz des Zauns um den Rehgarten hätten wir als Gemeinde wohl aus Kostengründen noch etwas zugewartet», sagt etwa der Auwer Vizeammann Martin Abt.