Dottikon
Blocher-Sohn wollte den Namen seiner Frau annehmen

Markus Blocher (41), der einzige Sohn von SVP-Doyen Christoph Blocher, blieb bislang eher im Hintergrund. Nun outet er sich politisch. «Die Schweiz muss sich noch mehr isolieren», sagt er. Blocher junior hat sich auch einen Namenswechsel überlegt.

Merken
Drucken
Teilen
Markus Blocher, Unternehmer. hegt «eine gewisse Sympathie» für Pirtaenpartei.

Markus Blocher, Unternehmer. hegt «eine gewisse Sympathie» für Pirtaenpartei.

Aargauer Zeitung

In der Zeitung «Der Sonntag» gibt Markus Blocher sein erstes politisches Interview. Die Schweiz gebe die Grundsätze preis, die ihr Wohlstand gebracht hätten: Eigenverantwortung, ein liberaler Arbeitsmarkt und Selbstregulierung. Es seien «selbstzerstörerische Kreise am Werk», sagt Markus Blocher.

Er kritisiert auch die Aussenpolitik: »Wir müssen uns aus den Konflikten der Grossen heraushalten, weil wir nur zerrieben werden. Eigentlich müssen wir uns im Moment noch mehr isolieren. Das wäre besser für die Schweiz.»

Sympathien für Piratenpartei

Markus Blocher sagt, er stehe seinem Vater politisch nahe. Doch er hat auch »eine gewisse Sympathie» für die Piratenpartei: «Es ist spannend, dass im Moment eine politische Kraft aufkommt, die eine radikale Liberalisierung bei der IT-Technologie fordert: Die Piratenpartei. Jetzt äussert sie sich auch zu anderen Themen, etwa gegen den EU-Beitritt. Mir gefällt diese Radikalität für weniger Regulierung und mehr Eigenverantwortung.»

Auf die Frage, ob er dereinst in die Politik einsteige, antwortet Markus Blocher ausweichend: «Die Frage stellt sich nicht.»

Wollte den Namen der Frau annehmen

Offen spricht er über die Nachteile, die es der Name Blocher mit sich bringt: «Ich habe mir vor der Heirat tatsächlich überlegt, den Namen der Frau anzunehmen. Mit anderem Namen wäre es in vielen Belangen interessanter. Die Vorurteile fielen weg, man würde nicht als Blocher, sondern als eigenständige Person wahrgenommen werden.»

Dennoch habe er seinen Namen behalten, denn: «Man hätte es sonst so interpretiert, dass ich mich von meiner Familie distanziere. Das wollte ich nicht. Ausserdem bin ich der einzige Stammhalter nach altem Namensrecht, diese Tradition bedeutet mir etwas.» (rsn)