Dottikon

Blocher-Sohn will mit Aargauer Firma syrische Chemiewaffen zerstören

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Die Dottiker ES ist eines von 14 Unternehmen, die dem Aufruf der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) gefolgt ist – und syrische Chemiewaffen zerstören will. Noch ist unklar, ob die Firma von Blocher-Sohn Markus den Zuschlag erhält.

Insgesamt hätten 14 Unternehmen Angebote für die Vernichtung der 500 Tonnen Kampfstoffe sowie für die bei der Neutralisierung entstehenden Abfall-Produkte eingereicht, heisst es in einem Communiqué der OPCW. Die Vernichtung soll ausserhalb Syriens stattfinden.

Auf der Liste der OPCW figuriert etwa die französische Firma Séché Environnement, die auf die Entsorgung von giftigen Abfällen spezialisiert ist. Auch der Flugzeugbauer Airbus hat sich gemeldet. Zudem sind vier US-amerikanische Unternehmen, eine chinesische und eine saudische Firma am Auftrag interessiert.

Auch eine Firma aus der Schweiz hat ihr Interesse bei der OPCW angemeldet. Gemäss der Organisation handelt es sich um die im Kanton Aargau ansässige Chemiefirma Dottikon ES, die auf sicherheitskritische chemische Reaktionen spezialisiert ist. Das 2005 von der Ems-Chemie abgetrennte Unternehmen gehört mehrheitlich dem Sohn des SVP-Politikers Christoph Blocher, Markus Blocher, und wird auch von ihm geführt.

Mehrere Länder beteiligt

Die OPCW wird "Anfang Februar" bekannt geben, wer den Zuschlag erhält. Die Organisation geht davon aus, dass die Vernichtung der Chemiewaffen zwischen 35 und 45 Millionen Euro kosten wird.

Die gefährlichsten chemischen Produkte und Waffen sollen an Bord eines US-amerikanischen Spezialschiffs vernichtet werden. Der Transport der Kampfstoffe von Syrien auf das Schiff hat bereits begonnen, ist aber wegen der seit März 2011 anhaltenden Kämpfe in Verzug geraten.

Grossbritannien seinerseits akzeptiert, dass auf seinem Territorium 150 Tonnen chemische Produkte verbrannt werden. In Deutschland werden wiederum die aus der Vernichtung der chemischen Produkten resultierende Abfälle weiter unschädlich gemacht. Gemäss Zeitplan sollen das Ganze Mitte 2014 abgeschlossen sein.

Von der UNO abgesegnet

Der Plan zur Zerstörung der syrischen Chemiewaffenarsenals - durch eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates abgesegnet - resultierte aus einem Abkommen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Dadurch sollte eine Intervention durch das US-amerikanische Militär in Syrien verhindert werden.

Die internationalen Anstrengungen zur Zerstörung des syrischen Chemiewaffenarsenals sind eine Reaktion auf einen Giftgasangriff, der am 21. August nahe der Hauptstadt Damaskus verübt wurde.

Bei dem Angriff, für den Syriens Führung um Staatschef Baschar al-Assad verantwortlich gemacht wird, wurden nach Angaben der syrischen Opposition etwa 1300 Menschen getötet.

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