Wohlen
Bleichi ist vom Tisch – Einwohnerrat will Schulzentrum Halde ausbauen

Schon seit zehn Jahren braucht die Schule Wohlen mehr Schulraum. Jetzt hat sich der Einwohnerrat aus Kosten- und Zeitgründen für die schlechteste aber schnellste Variante entschieden. Das Projekt wird nun ausgearbeitet, 2019 soll es vors Volk kommen.

Andrea Weibel
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Bleichi ist vom Tisch - das Schulzentrum Halde wird ausgebaut, das hat der Einwohnerrat entschiden. Toni Widmer

Bleichi ist vom Tisch - das Schulzentrum Halde wird ausgebaut, das hat der Einwohnerrat entschiden. Toni Widmer

Toni Widmer

Nach über zehn Jahren ist endlich ein Entscheid da: Der Wohler Einwohnerrat will das Schulzentrum Halde ausbauen und so mehr Schulraum schaffen, der dringend benötigt wird. Das klingt gut. Es ist aber – wie sich ein Grossteil der Räte und auch die Schulverantwortlichen an der gestrigen Sitzung einig waren – die schlechteste Variante, denn auf dem Haldeareal sei heute schon kaum Platz vorhanden.

Der Vorteil des Areals Halde ist jedoch, dass es sich dabei um die schnellste und kostengünstigste Variante handelt, die derzeit noch zur Verfügung steht. «Zähneknirschend» akzeptierten viele Räte die Variante Halde. Thomas Burkard (Grüne) fasste auch die Meinung der Schule zusammen, die Schulpflegepräsident Franco Corsiglia später bestätigte: «Die beste Lösung wäre das Areal an der Pilatusstrasse gewesen, das war aber nicht mehrheitsfähig. Die zweitbeste Lösung wäre ein Ausbau der Bleichi. Das Areal Halde ist erst die drittbeste von drei Lösungen.»

Zauberwort: Einigkeit

Wieso stimmten dann 25 Räte für Variante A (Halde) und nur 9 für Variante B (Vergleichsstudie Halde-Bleichi)? Das Zauberwort hiess an diesem Abend Einigkeit. «Alle Beteiligten des Runden Tischs waren für das Halde-Areal. Wir haben uns gefragt, was ein Vergleich ausser hohen Kosten und weiterem Zeitverlust bringen würde», erklärte Meinrad Meyer, Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK). «Am Ende entschieden wir uns für den Faktor ‹alle in einem Boot›.» Das bedeute, wenn der Einwohnerrat möglichst einheitlich für eine Variante stimme, steige die Chance, dass sich auch das Stimmvolk diesem Entscheid anschliessen könne.

Die Debatte wurde sehr emotional geführt, doch am Ende siegten Zeitnot und Geldbörse, wie den meisten Voten zu entnehmen war. Nun steht fest: Das Bleichi-Areal ist vom Tisch, 104'000 Franken für eine Generalplanersubmission auf dem Areal Halde sind gesprochen und im September 2019 soll der Ausbau des Halde-Areals vors Volk.

Hofmattenhalle wird geplant

Die meisten anderen Traktanden wurden viel schneller und weniger emotional behandelt. Eines hat direkt mit der Schulraumplanung zu tun: Weil durch den Halde-Ausbau die bestehende Turnhalle in Schulraum umgebaut werden soll, besteht Bedarf für eine neue Halle. 540'000 Franken wurden für die Projektierung der Sportanlage Hofmatten gesprochen – und zwar ohne Nein-Stimmen: 34 Ja, 1 Enthaltung.

Bis im Dezember 2018 soll nun ein Vergleich zwischen einer Dreifach- und einer Doppelturnhalle erarbeitet werden. Die Bauvorlage soll bereits im Februar/März 2019 vors Volk. Alex Stirne-mann (SP) war wichtig, dass eine Mehrzwecknutzung in die Planung eingebunden wird. Dem stimmten mehrere andere Fraktionen zu.

Ja zu 330 Stellenprozent

Eine gute Nachricht für die Gemeinde ist auch, dass die operative Umsetzung des neuen Führungsmodells der Verwaltung mit 31 Ja- gegen 4 Nein-Stimmen akzeptiert worden ist. Das bedeutet, dass ab dem 1. Januar 2018 zusätzliche 330 Stellenprozent sowie jährlich wiederkehrende 285 000 Franken zur Verfügung stehen werden. «Das ist der logische letzte Schritt, damit die Gemeinde fortschrittlich geführt werden kann», hielt Simon Sax im Namen der GPK fest. Dem konnten sich die Fraktionen nur anschliessen.

Auch der Sorenbühlweg kann saniert und umgestaltet werden. Dafür wurden 388'000 Franken für den Abschnitt Sorenbühlweg – Mattenhofweg sowie 1,1 Millionen Franken für den Sorenbühlweg West zwischen der neuen Eishalle und der Nutzenbachstrasse gesprochen. Der erste Teil wurde mit 33 Ja gegen 1 Nein mit einer Enthaltung sehr deutlich gutgeheissen. Der zweite Teil hatte mehr Opposition, ist aber dennoch mit 20 Ja gegen 13 Nein und 2 Enthaltungen in trockenen Tüchern.

Die einzige Niederlage für den Gemeinderat war die Rückweisung einer Kreditabrechnung, bei der es um die Vorstudie zur Umsetzung der Schulraumplanung ging. Thomas Hoffmann, Präsident der Finanzkommission, stellte den Rückweisungsantrag und forderte eine «saubere Begründung der Abweichungen». Anstelle von 58 800 Franken hat die Studie 129 900 Franken gekostet. Mit 23 Ja gegen 10 Nein und 1 Enthaltung wurde der Antrag an den Gemeinderat retourniert.