Bremgarten

Bissige Kälte bremste Teilnehmende am Reusslauf nicht aus

Von 3716 angemeldeten Läuferinnen und Läufern überquerten 3145 die Ziellinie. Allerdings hatten die Samariter mehr Muskelzerrungen zu behandlen.

Wer am diesjährigen Reusslauf teilnehmen wollte, musste sich warm anziehen: nicht nur wegen der grossen Konkurrenz, sondern auch wegen der nahezu arktischen Temperaturen. Einige genossen die Abkühlung, während andere ihre Teilnahme deswegen sogar absagten. Von 3716 angemeldeten Läufern haben schliesslich 3145 die Ziellinie überquert.

Auch Kinder sprinten mit

Samstagmorgen, 11 Uhr: Beim Hexenturm versammeln sich Eltern mit ihren warm eingepackten Sprösslingen. Halbherzig und etwas verträumt wärmen sich die Zöglinge auf, um auf ihr Rennen vorbereitet zu sein. Die Kälte und die Müdigkeit stehen einigen von ihnen ins Gesicht geschrieben. Dennoch sprinten die höchstens sechs Jahre alten Kinder nach dem Startschuss davon, als gäbe es kein Morgen. Angefeuert von ihren Eltern legen sie die 500 Meter lange Strecke zurück und eröffnen damit den 31. Reusslauf. Ihnen sollten an diesem Tag noch rund 3000 Läufer folgen – was fast den Zahlen im Rekordjahr 2012 entspricht.

«Potenzial eines Rekordjahrs»

Im letzten Jahr feierte der Reusslauf seine 30. Ausgabe – daher wohl auch der Teilnehmerrekord. «Doch auch dieser Reusslauf hätte das Potenzial dazu gehabt», sagt OK-Präsident Stefan Gut. Er erklärt, die breite Grippewelle habe dazu geführt, dass sich viele Läuferinnen und Läufer nicht stark genug für den Wettkampf fühlten oder noch immer ans Bett gefesselt waren. Zudem lag in letzter Zeit in der ganzen Schweiz Schnee, was das Training der Sportler stark beeinträchtigte. «Daher können wir mit über 3000 Läufern mehr als zufrieden sein.» Dass der Lauf in eine wärmere Jahreszeit verschoben würde, komme indes nicht infrage. «Erstens sind wir traditionellerweise der erste Lauf im Jahr und zweitens ist die Lauf-Agenda in den Sommermonaten bereits gefüllt», so Gut. Das Rennen in Bremgarten festigt sich weiter als zweitgrösster Lauf im Aargau – hinter dem Hallwilerseelauf.

Bestzeit verpasst

Um 14.30 startet das Elitefeld, also die Kategorie der 20- bis 40-Jährigen. Darunter befinden sich Läufer aus sämtlichen Kantonen und sieben verschiedenen Nationen. Kurz vor dem Lauf sind die Athleten hoch konzentriert: Zeit für Gespräche gibt es nicht, dafür ein letztes Dehnen. Viele Läufer mit Kopfhörern im Ohr stellen den richtigen Track ein und setzen ihre Stoppuhren auf null. Als der erschütternde Knall erklingt, verwandeln sich die Trikots der Läufer in bunte Streifen, die am Publikum vorbeiziehen. Wie wild feuern die Zuschauer die Sportler an. Gebrüll und Getrampel überall. Schon nach 15 Sekunden ist der Spuk vorbei – nun sind auch die letzten Läufer gestartet. Nur 33 Minuten und 31 Sekunden später überquert der Australier Clint Perrett die Finish Line. Damit verteidigt er seinen Sieg vom Vorjahr – allerdings mit knapp zwei Minuten mehr auf der Uhr. «Die Verhältnisse waren schlicht nicht für Rekordzeiten gemacht», liess das OK verlauten. Silber holte der Äthiopier Kadi Nesero und auf Platz drei landete Guta Fikiru. Bei den Frauen gewann die Walliserin Ursula Spielmann-Jeitziner, die schon seit Jahrzehnten am Reusslauf teilnimmt.

Höhere Verletzungsgefahr

Die frostigen Temperaturen von maximal minus 4 Grad Celsius wirkten sich auch auf die Verletzungen aus. «Wir mussten übermässig viele Läufer mit Muskelzerrungen behandeln», sagt Celia Jakopitsch vom Samariterverein Bremgarten. Seine Mitglieder waren an mehreren Posten entlang der elf Kilometer langen Strecke stationiert.

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