Rudolfstetten-Friedlisberg

Bis zu vier Millionen Franken für Ausbau der ARA oder Anschluss an Grosskläranlage?

ARA Rudolfstetten-Friedlisberg: Klärwärter Hubert Brem (rechts) wird Ende dieses Jahres pensioniert, die Nachfolge tritt sein Stellvertreter, Robert Wild, an.

ARA Rudolfstetten-Friedlisberg: Klärwärter Hubert Brem (rechts) wird Ende dieses Jahres pensioniert, die Nachfolge tritt sein Stellvertreter, Robert Wild, an.

Die Gemeinde steht vor der Frage, ob die eigene Abwasserreinigungsanlage für drei bis vier Millionen Franken ausgebaut werden soll, oder ob der Anschluss an die Grosskläranlage Limmattal in Dietikon erfolgen soll. Die Variantenstudien liegen nun vor.

Der Gemeinderat und das beauftragte Ingenieurbüro befassen sich seit geraumer Zeit mit der Zukunft der Abwasserbeseitigung in Rudolfstetten-Friedlisberg. Soll die gemeindeeigene Abwasserreinigungsanlage (ARA) für eine nächste Betriebsphase von 15 bis 20 Jahren ausgebaut, also technisch und betrieblich auf den neuesten Stand gebracht werden, oder könnte der Anschluss an die Grosskläranlage Limmattal in Dietikon (Limeco) erfolgen?

Wie Gemeindeschreiber Urs Schuhmacher der AZ gegenüber erwähnte, liegen die Investitionskosten gemäss Investitionsplanung der Gemeinde für beide Varianten in der Grössenordnung von etwa drei bis vier Mio. Franken. «Der Eigenausbau der Kläranlage kommt tendenziell etwas kostengünstiger zu stehen als die Anschlussvariante, bei der allerdings die Betriebs- und Jahreskosten tiefer wären», hielt der Gemeindeschreiber fest.

Variantenstudien liegen vor

An der letzten Gemeindeversammlung informierte Gemeinderat Sascha Käppeli über das weitere Vorgehen in Sachen Abwasserbeseitigung. Die Variantenstudien liegen vor und mit den zuständigen Behörden und Amtsstellen befinde man sich in einem regen Austausch.

Insbesondere handle es sich dabei auch um Gespräche mit den Nachbargemeinden Bergdietikon und der Stadt Dietikon, bei denen eine Durchleitung der Abwässer notwendig wäre. Auch mit den Betroffenen Landeigentümern müssten die Gespräche noch geführt werden. Bei einem Anschluss an die Grosskläranlage könnten Teile der eigenen ARA weiter genutzt werden, etwa als Regenbecken oder Stapelvolumen in den bestehenden Becken.

Nach Angaben von Gemeindeschreiber Schuhmacher liegen nun also die meisten Fakten auf dem Tisch: «Es hat sich bestätigt, dass beide Varianten, ‹Sanierung/Erneuerung bestehende Anlage› und ‹Anschluss Limeco Limmattal, Dietikon›, realisierbar wären. Da jedoch die Kostengenauigkeit und insbesondere die Verhandlungen bezüglich Anschluss- und Durchleitungsbedingungen noch nicht abgeschlossen sind, können aktuell noch keine verbindlichen Zahlen genannt werden. Auch sind noch Gespräche mit den kantonalen Stellen ausstehend.»

Neue Verbindungsleitung

Es mussten der Bau einer neuen Verbindungsleitung nach Bergdietikon sowie der Ersatz der bestehenden Leitungen geprüft werden. Dabei stellte sich heraus, dass die Leitung nicht komplett neu erstellt werden müsste, da bereits heute die Reppisch als Vorfluter für die bestehende Kläranlage dient.

Eine Leitung in die Reppisch ist vorhanden. Jedoch müsste von der bestehenden Leitung ein Abzweiger beziehungsweise eine neue Verbindung erstellt werden, damit der Anschluss an das Netz von Bergdietikon möglich wäre. «Eine Querung der Grundwasserschutzzonen auf dem Gemeindegebiet von Bergdietikon muss vermieden werden und ist auch nicht erwünscht. Denn dies wäre mit hohen Zusatz-Sicherheitsstandards verbunden und eine sehr aufwendige Realisierung mit entsprechend hohen Kosten. Deshalb wurden Alternativvarianten mit einer anderen Leitungsführung geprüft und auch gefunden», erläuterte Schumacher weiter.

Geologische Sondierungen

Bereits im Mai 2017 wurden nämlich en durchgeführt. Die Untersuchungen ergaben, dass eine Variante möglich wäre, in welcher das Abwasser ohne Pumpeneinsatz ins Netz von Bergdietikon und somit durch das Stadtgebiet von Dietikon der Limeco zugeleitet werden könnte. Dazu wäre ein Leitungsbau im Durchstossverfahren erforderlich, unter Bahnlinie und Kantonsstrasse hindurch, in einer Tiefe von bis zu 20 Metern unter dem bestehenden Terrain.

Da noch nicht alle Abklärungen und Verhandlungen abgeschlossen sind, steht die Entscheidung des Gemeinderats zur Frage noch aus, ob es in Richtung Anschluss an die Gross-ARA oder den Ausbau der eigenen Anlage geht.

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