Robert Dubler

Bis zu 5000 Kartons in Verzug: «Ich kann gar nicht so viele Mohrenköpfe produzieren, wie die Leute wollen»

Robert Dubler mit seinen Mohrenköpfen in seinem Betrieb in Waltenschwil.

Robert Dubler mit seinen Mohrenköpfen in seinem Betrieb in Waltenschwil.

Die Kunden rennen Mohrenkopf-Hersteller Robert Dubler seit dem Aufflammen der Rassismus-Debatte immer noch die Bude ein.

"Situation am Schalter ausser Kontrolle", heisst es fett in Orange auf der Startseite von Dubler Mohrenköpfe. Selten hat eine Süssspeise solch hohe Wellen geschlagen. Als die Migros Zürich die schokoladenüberzogene Schaumsüssigkeit von Dubler vor rund einer Woche aus den Regalen verbannte, flammte die Debatte, ob "Mohrenköpfe" noch "Mohrenköpfe" heissen dürfen – oder ob dies rassistisch sei, neu auf.

Der Nachfrage von Dublers Mohrenköpfen tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil. Kunden rennen Produzent Robert Dubler seither die Bude ein. "Ich kann gar nicht so viel produzieren, wie die Leute wollen", sagt der 73-jährige Aargauer. Aktuell sei er mit 4000 bis 5000 bestellten Kartons in Verzug – und das, obwohl er an seinem Standort in Waltenschwil nur noch einen Karton pro Person herausgibt. "Die Leute reissen mir die Mohrenköpfe nur so aus der Hand", sagt Dubler und appelliert an seine Kunden: "Ich bitte Sie, Geduld zu haben", sagt er. Die Wartezeit für die beliebten Mohrenköpfe betrage aktuell bis zu zwei Wochen. Auch auf der Homepage werden Kunden in diesen Tagen gebeten, erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder vorbeizukommen.

"Mohrenkopf"-Affäre

"Mohrenkopf"-Affäre (12. Juni)

"Mohrenkopf"-Patron Robert Dubler ist sich sicher: Am Begriff "Mohrenkopf" gibt es nichts Verwerfliches. Ganz anders sieht das Remo Schmid, er wurde als Kind mit der Bezeichnung gehänselt. Wegen der aktuellen Rassismus-Debatte hat die Migros die Dubler "Mohrenköpfe" aus dem Sortiment genommen, der Volg überlegt sich dasselbe zu tun. Sind "Mohrenköpfe" rassistisch?

"Mohrenkopf" führt immer wieder zu Debatten

Rassismus oder Tradition: Nicht zum ersten Mal gerät Robert Dubler zwischen die Fronten. Zuletzt gingen 2017 die Wogen wegen des Begriffs "Mohrenkopf" hoch. Rund 1500 Personen unterschrieben die Forderung, Dubler solle seine Süssigkeit umbenennen.

Damals zeigte sich die Migros Zürich noch unbeeindruckt. Nun beugte sie sich im Zuge der Black-Lives-Matter-Demonstrationen auf der ganzen Welt dem Druck und warf das Produkt aus dem Sortiment. Robert Dubler lässt das kalt. Den Rassismus-Vorwurf wies er bereits vor drei Jahren entschieden zurück. Am Namen seines Traditionsprodukts will er festhalten. "Es stört mich nicht, wenn der Mohrenkopf Diskussionen auslöst. Ich finde es gut, wenn über Rassismus diskutiert wird. Die Welt wird aber nicht weniger rassistisch, wenn ich den Namen ändere", sagte er kürzlich in einem Interview mit der AZ.

Herr Dubler, sind Sie ein Rassist?

2017: Herr Dubler, sind Sie ein Rassist? Ein «Komitee gegen gewalttätige Süssigkeiten» will die Firma Dubler AG aus Waltenschwil dazu bringen, das Wort «Mohrenkopf» nicht mehr zu verwenden und die Süssigkeiten umzubenennen. Robert Dubler nimmt Stellung.

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