Wohlen/Effretikon

Bildungsreise der Wohler Politiker: So soll es bei Badi und Eisbahn weitergehen

Der Effretiker Stadtrat André Bättig (Bildmitte) mit den Wohler Besuchern im Untergrund des Sportzentrums. Ganz rechts Rainer Gilg von BMP Sports, der Firma, die Wohlen bei der Sanierung von Badi und Eisbahn beratend zur Seite steht. Toni Widmer

Der Effretiker Stadtrat André Bättig (Bildmitte) mit den Wohler Besuchern im Untergrund des Sportzentrums. Ganz rechts Rainer Gilg von BMP Sports, der Firma, die Wohlen bei der Sanierung von Badi und Eisbahn beratend zur Seite steht. Toni Widmer

Die Wohler Politikerinnen und Politiker haben eine Bildungsreise ins zürcherische Effretikon gemacht. Das hat sich anscheinend gelohnt. Sie wissen nun, in welche Richtung es bei der Badi-Sanierung und dem Eisbahn-Neubau gehen soll.

Für einmal waren sich die Wohler Politikerinnen und Politiker über alle Parteigrenzen hinweg einig: «Dieser Morgen hat sich gelohnt. Wir haben an diesem Beispiel anschaulich erfahren, in welche Richtung es mit der Planung von Badi-Sanierung und vor allem Eisbahn-Neubau in Wohlen gehen könnte», erklärten die von der az Aargauer Zeitung befragten Gemeinderäte und Parlamentarier sinngemäss in seltener Übereinstimmung.

Im Sportzentrum Eselriet in Illnau-Effretikon liess sich eine stattliche Wohler Delegation aus erster Hand darüber informieren, welche Schwierigkeiten es bei der Realisierung dieser 2013 grosszügig sanierten und ausgebauten Anlage gegeben hat, wie man das Projekt dem Stimmvolk schmackhaft gemacht hat und was man im Rückblick heute anders machen würden.

Weitsichtig geplant

Die Stadt Illnau-Effretikon ist bezüglich Einwohnerzahl (16'000) und Finanzkraft mit Wohlen durchaus vergleichbar. Und auch die Sportanlagen sind es – mit dem Unterschied, dass Sanierung und Ausbau im Freiamt erst noch bevorstehen.

Den Grundstein für das heutige Vorzeigeobjekt mit mehreren Fussballfeldern (davon ein grosszügiger Kunstrasenplatz), zwei Eisfeldern (eines davon gedeckt), Schwimmbad und Minigolfanlage hat die Zürcher Kommune bereits in den 60er-Jahren gelegt. Laut Stadtrat André Bättig wurden damals mehrere Hektaren Riedland zu einem günstigen Tarif gekauft mit dem Ziel, hier dereinst eine Sportanlage zu realisieren. In die Sanierung und den Ausbau des rund 40 Jahre alten Zentrums hat die Stadt rund 26 Mio. Franken gesteckt. Gebaut wurden ein neuer Haupttrakt mit zentraler Kasse, Garderoben und Restaurant, ein Fussballfeld wurde auf Kunstrasen umgestellt, und eine der zwei Eisbahnen wurde überdacht.

Politische Hürden überwunden

Auch in Illnau-Effretikon mussten politische Hürden überwunden werden. Im ersten Anlauf wurde das Projekt vom Grossen Gemeinderat (Parlament) noch zurückgewiesen. «Wir konnten schliesslich einen Konsens finden und wir konnten vor allem die Vereine ins Boot holen. Das hat wesentlich zum Erfolg im zweiten Anlauf beigetragen», erklärte Stadtrat Bättig.

Die Sanierung erachtet er insgesamt als gelungen. Dennoch gäbe es gelegentlich Kritik: «Aus finanziellen Gründen haben wir da und dort Kompromisse machen müssen. So bei der Eisbahn, die wir lediglich überdeckt haben. Eine geschlossene Halle hätten wir uns nicht leisten können. Was wir jetzt haben, ist eine Anlage, die ihren Zweck sehr gut erfüllt, aber sie ist halt nicht in allen Teilen perfekt.»

Im Lauf der Führung wies Bättig auf verschiedene Details hin, die es bei einem solchen Projekt zu beachten gilt. «Wir hatten gute Architekten, welche die späteren Betriebsabläufe in ihre Überlegungen bei der Planung mit einbezogen haben.» Das, erklärt der Effretiker Stadtrat, sei bei einer Anlage mit gemischter Nutzung – wie sie Wohlen ja auch erstellen wolle – absolut match-entscheidend.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1