Bremgarten
Bilder, die eine heitere Gelassenheit ausstrahlen

Noch einmal in Bremgarten ausstellen zu dürfen, war der grosse Wunsch von Edith Widmer. Dank Peter Stutz kann sie bis zum 12. November in der Galerie zum Weissenbachhaus ihre künstlerische Auseinandersetzung mit der Umgebung des Reussstädtchens zeigen.

Susanna Vanek
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Ein Traum, der in Erfüllung geht: Edith Widmer kann ihre Bilder noch einmal in Bremgarten ausstellen. Susanna Vanek

Ein Traum, der in Erfüllung geht: Edith Widmer kann ihre Bilder noch einmal in Bremgarten ausstellen. Susanna Vanek

Die Blätter der Bäume haben sich schon herbstlich verfärbt, die bunte Pracht spiegelt sich auf der Wasseroberfläche wider. Die kräftigen Farben provozieren indes nicht, sie bilden insgesamt eine zwar kontrastreiche, aber auch gelassene Harmonie. Das Bild ist typisch für das Werk von Edith Widmer.

Schicksal in den Bildern

Die Künstlerin, die in der Natur Erholung und Inspiration findet, begibt sich mit Skizzenblock oder Fotoapparat auf die Suche nach Motiven in der Umgebung von Bremgarten. Starke Farben haben es ihr angetan, Wasser, Wege und Bäume.

Zu Hause im Atelier gibt sie das Gesehene nicht eins zu eins wieder, sondern verfremdet hier etwas, fügt da etwas hinzu. Ihre Motive bringen es mit sich, dass die Darstellung der Natur auch eine philosophische Komponente erhält. Lebensfluss, Lebensbaum oder Lebensweg – die Bilder sind keine polemisierende Auseinandersetzung mit dem Schicksal, sondern strahlen eine heitere Gelassenheit aus.

«Es tut gut, diese Werke zu betrachten», meinte denn auch eine Ausstellungsbesucherin. Die in Bremgarten aufgewachsene Widmer hatte als Erwachsene entschieden, ihrer Leidenschaft für die Malerei intensiver nachzugehen und absolvierte deshalb eine Ausbildung an der Neuen Kunstschule Zürich.

Der damalige Schulpflegepräsident entdeckte einmal bei einem Besuch bei ihr eines ihrer Bilder. Es faszinierte ihn so, dass er beschloss, eine Ausstellung in die Wege zu leiten. 1980 war das, im Stadtschulhaus Bremgarten, weitere Ausstellungen folgten.

Vor 16 Jahren musste Widmer ihre Ausstellungstätigkeit indes aus privaten Gründen einstellen. Ihr grosser Wunsch war es, noch einmal ihre Bilder zu zeigen, und zwar in Bremgarten, dem Städtchen, das ihr Leben so stark geprägt hat. «Ich bin dem Galeristen Peter Stutz von der Galerie zum Weissenbachhaus sehr dankbar, dass er mir diese Gelegenheit bot», sagt die 76-Jährige.

Sie arbeitet am liebsten mit Aquarell oder aber Öl. Beim Aquarell malt sie zuerst den blassen Hintergrund, auf ihm komponiert sie dann das Zusammenspiel von Bäumen und Wasser, lässt die Farben immer kräftiger strahlen. Das verleiht ihren Werken eine Tiefenschärfe.

Im Netz aktiv

Die Vernissage war gut besucht – nicht zuletzt deswegen, weil Widmer im Netz aktiv ist, zum Beispiel auf Facebook. Gerne produziert sie aus ihren Bildern auch kleine Filmchen über Bremgarten, die sie ins Web stellt. Eine Künstlerin mit Lebenserfahrung, die neuen Medien zugetan ist – auch das ist Widmer.

Ausstellung: Bis 12. November jeweils samstags 11 bis 16 Uhr und bei schönem Wetter auch sonntags 13 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung, Tel. 056 / 633 28 46